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Junge Leute machen Politik

Sechs Projekte waren jetzt heiß unter Pulsnitzer jungen Leuten diskutiert. Dabei ging es auch um den Jugendtreff.

© Matthias Schumann

Von Reiner Hanke

Pulsnitz. Der politische Nachwuchs kann sich schon ganz gut mit den Erwachsenen messen. Drei Stunden lang rang die Pulsnitzer Jugend jetzt im Ratssaal mit Geldern und Projekten. Und wie vielfach auch in der realen Stadtpolitik gibt es viele Vorhaben, aber das Geld reicht nicht, um alle Wünsche erfüllen zu können. Damit umzugehen, darin übten sich jetzt die zwölf Mädchen und Jungen des Jugendstadtrates. Dabei wurde durchaus heiß diskutiert und für die eigenen Projekte gekämpft. Christoph Semper vom Kinder- und Jugendnetzwerk begleitete den Termin im Ratssaal. Er stellte fest, dass er auch eionige neue Gesichter in der Runde ausgemacht habe und mehr Projekte zu besprechen waren. Ein gutes Zeichen für den Jugendsozialarbeiter.

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Sechs Anträge von sechs Jugendgruppen standen zur Debatte. Die Pulsnitzer Jungendfeuerwehr hat vor, ein Brandhaus zu bauen. Eine Art Attrappe, um Feuer zu simulieren und daran den Löscheinsatz zu üben. Zwei musikbegeisterte junge Leute wollen einen Bandabend organisieren. Die Truppe vom Jugendtreff auf der Goethestraße braucht noch Geld, um den Klub aufzumöbeln. Draußen geht es um den Wegebau und eine Feuerstelle, drin um die Beleuchtung und farbliche Akzente. Die Junge Gemeinde hat vor, vier Konzertabende in der Nicolai-Kirche auf die Beine zu stellen. Auch junge Leute aus dem Pulsnitzer Karnevalsklub (Pukava) saßen in der Runde. Beim Pukava dreht es sich um einen Zuschuss für den Familienvormittag beim Sommer Open-Air. Die Royal Rangers bewarben sich um Unterstützung für den Bau einer Seilbahn, für ihre Pfadfinder-Kluft und für ihr Sommercamp.

Jede Menge Vorhaben also, die Unterstützung verdienen. Allerdings stand dem Kostenansatz von 3 100 Euro nur eine Summe von 1 600 Euro gegenüber, die ausgegeben werden kann. Das Geld kommt von der Stadt und aus einem Bundesprogramm. Alle Projekte wurden vorgestellt, mit Punkten bewertet, diskutiert. Angesichts der Finanzlage ging es natürlich auch darum, wo der Rotstift angesetzt werden könnte – was ist wichtig und was weniger?

Eine wichtige Erfahrung an dem Abend war wohl: Demokratie braucht Zeit. Die nahmen sich die jungen Leute. Erfahrungen sammelte auch Jugendarbeiter Christoph Semper, durchaus positive. Es sei nun der dritte Durchgang eines Jugendparlaments, den er begleite. Es habe sich viel entwickelt. Ihn freut besonders, dass nicht nur jeder auf sein Projekt gucken. Die jungen Leute schauen auch links und rechts, befassen sich mit den Ideen der anderen und schätzen sie. „Ich sehe hier ein hohes Niveau der Beteiligten.“ Es sei auch etwas ganz anderes als gewöhnlich, wenn langwierige Antragsverfahren zu durchlaufen sind, um Fördergeld zu erhalten. Hier entscheidet die Jugend selbst: „Es dauert lang, aber besser kann es gar nicht laufen, um zu lernen, was Kommunalpolitik bedeutet.“

Vor der entscheidenden Jugendparlamentssitzung treffen sich die jungen Leute meist monatlich, um sie auf die entscheidende Sitzung vorzubereiten. Darüber hinaus ist der Jugendstadtrat mit der Kommune über Konzepte in der Jugendarbeit im Gespräch, macht Öffentlichkeitsarbeit. Er stellt sich in den unterschiedlichsten Gremien vor und entscheidet letztlich sogar selbst über eine kleine Summe. Jede Gruppe weiß nun, mit welchem Betrag sie rechnen kann und was damit umsetzbar ist. Der größte Betrag geht mit 444 Euro an die Royal Rangers. Bei den anderen liegen die Beträge zwischen 129 und 364 Euro. Bis zum Jahresende haben die Gruppen nun Zeit, ihre Vorhaben zu verwirklichen.