merken
PLUS

Junge Leute sanieren ihre Clubs mit

Ohne Eigenleistungen wären die Jugendclubs in Skäßchen und Görzig nicht saniert worden.

Von Birgit Ulbricht

Auf dem Dorf wird gemacht und nicht gemeckert. Schön, wenn es dann noch um junge Leute geht wie im Jugendklub Skäßchen und Görzig. Beide haben nicht nur die Gemeinsamkeit, etwas schaffen zu wollen, sondern auch noch ein ähnliches Relikt aus DDR-Zeiten als Domizil.

TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen

Was ist los in Sachsen und Umland? Wo gibt es was zu erleben? Unsere Top-Veranstaltungen der Woche!

Denn sowohl in Skäßchen wie auch in Görzig kauften die Leute früher ein, wo heute geklönt wird. Allerdings haben sie damit auch ähnliche Probleme. Die Kosum-Bauten sind marode, schlecht zu heizen und hoffnungslos veraltet. Die Stadt hätte kein Geld gehabt, beide Domizile auf ihre Kosten komplett zu erneuern. Mit der Hilfe der jungen Leute sah das schon anders aus. Also haben sie angepackt. Das Haus in Skäßchen musste dringend angefasst werden, denn die Stadt hat das Gebäude der ehemaligen Gemeindeverwaltung an einen Privatmann verkauft. Heizung, Regenwasser und Abwasser verbanden aber die Nachbarhäuser miteinander.

Die jungen Leute wollten mehr

Die Leitungen mussten separat verlegt werden. Für den Jugendklub hat die Stadt inzwischen eine neue Sammelgrube angelegt. Auch der Käufer hat jetzt seine Anschlüsse. Damit wäre der Fall aus Stadtsicht eigentlich erledigt gewesen. Doch die jungen Leute wollten mehr. Der Aufenthaltsraum sollte bei der Gelegenheit komplett renoviert werden. Das passiert gerade. Die jungen Leute um Christiane Fischer legen sich mächtig ins Zeug. Immer ist jemand am Werkeln. Am Montagabend trafen wir Mandy Blank, Mathias Ramm und Michael Fischer. Sie haben nach der Arbeit die Steckdosen für die neue Theke angebracht. Ob Putzabklopfen, Fenster einsetzen, Fliesenlegen – die Club-Leute haben richtig mit angepackt. Die meisten sind über 20, einige haben ein handwerkliches Faible. Als Dankeschön gibt’s von der Stadt die Küche aus der früheren Schule Wildenhain und Geld fürs Material. Denn allein könnten die jungen Leute den Umbau natürlich nicht bezahlen, so Thomas Röthig von der Stadt. Der Klub soll das Dorf zusammenführen. Hier wird sich auch der Dorfclub treffen, die Ortschaftsräte und zur Wahl sogar alle Bürger, und zwar im Wahllokal.

In Görzig sind die jungen Leute um Jugendclubchef Ronny Dietrich schon fertig mit ihrer Eigenleistung. Sie haben ringsherum den Sockel aufgegraben, Gräben für Leitungen und Rohrer ausgeschachtet und den alten Nachtspeicherofen demontiert. Den größeren Rest, wie den neuen Gasofen anschließen, den Vollwärmeschutz der Fassade oder den Fenstertausch müssen nun Fachfirmen übernehmen. Das Dach hat die Stadt bereits neu decken lassen. Die alte Abdeckung war aus Wellfaserasbest und schon ziemlich rissig. Da musste dringend etwas geschehen. Alles in allem wird die Sanierung 39 000 Euro kosten, ein Teil wurde gefördert. Dennoch hätten beide Bauprojekte so nicht stattgefunden, wenn die jungen Leute nicht selbst mit angepackt hätten. „Gerade die Nebenarbeiten sind nicht zu unterschätzen“, sagt Thomas Röthig vom Bauamt. Die Aktion gibt auch Elan, weitere Dinge anzugehen. Ronny Dietrich hat jedenfalls bereits angekündigt, dass die Görziger ihren Jugendklub in den nächsten Jahren auch innen auf Vordermann bringen wollen.