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Junge Leute setzen im Camp symbolische Segel

Im Schatten der mächtigen alten Bäume auf dem Gelände der Katholischen Kirchgemeinde Bischofswerda an der Johann-Sebastian-Bach-Straße ist Leben eingezogen, Seit gestern treffen sich hier in einem Zeltlager...

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Von Verena Mann

Im Schatten der mächtigen alten Bäume auf dem Gelände der Katholischen Kirchgemeinde Bischofswerda an der Johann-Sebastian-Bach-Straße ist Leben eingezogen, Seit gestern treffen sich hier in einem Zeltlager 60 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur siebenten Klasse zur Religiösen Kinderwoche 2003. Diese Ferienwoche für Kinder aus Bischofswerda und Umgebung hat schon eine gute Tradition.

In diesem Jahr ist es das zehnte Mal, dass hier in den Sommerferien Kinder zusammenkommen, um gemeinsam ihre Freizeit zu verbringen. Die große Helferschar um Marcus Richter vom Kreis Junger Erwachsener der Kirchgemeinde hat deshalb in der Organisation und im Ablauf dieser Kinderwoche schon jede Menge Erfahrung sammeln können.

Das entlastet natürlich auch Pfarrer Christoph Behrens mächtig, der hier die Oberhoheit hat. „Ein solches Engagement und solche Versiertheit in der Arbeit mit den Kindern habe ich erst in Bischofswerda kennen gelernt“, lobt der Geistliche, der jetzt fast ein Jahr in der St.-Benno-Gemeinde ist. „Das läuft eigentlich fast ohne mein Zutun.“ In diesem Jahr stehe die Kinderwoche unter dem Thema „Mehr als du glaubst verbindet uns“. Den Mädchen und Jungen soll in den nächsten Tagen auf spielerische und auch unterhaltsame Weise der Inhalt lebendiger Ökumene nahe gebracht werden. In Gesprächsrunden geht es um Unterschiede und Gemeinsamkeiten der katholischen, evangelischen beziehungsweise der orthodoxen christlichen Glaubenslehre. So stand der gestrige Tage im Zeichen des Katholizismus.

Heute kommt der evangelische Pfarrer Führer aus Großdrebnitz zu den Kindern, und am Mittwoch machen alle einen Ausflug zur orthodoxen Kirchgemeinde in Dresden, deren Gotteshaus in der Nähe der Technischen Universität steht und wegen seiner Zwiebeltürmchen auffällt. „Es geht uns darum, Fragen zur Ökumene altersgerecht mit den Kindern zu besprechen“, erklärt Pfarrer Behrens. Deshalb wurden auch fünf Gruppen gebildet, in denen die Kinder entsprechend ihres Wissensstandes und ihrer bisherigen Lebenserfahrungen an das Thema herangeführt werden. Am Donnerstag wird das Glaubensbekenntnis im Mittelpunkt stehen und am Freitag geht es um die Vision „Kirche der Zukunft“. Hier sollen die Mädchen und Jungen vor allem die Möglichkeit nutzen, um über ihre ganz eigenen Vorstellungen über das kirchliche Leben zu sprechen. Zu Ende geht die Religiöse Kinderwoche am Sonnabend mit einem Abschlussfest, zu dem auch die Eltern eingeladen sind.

Gemeinsames Singen und Beten ist aber nur die eine Seite des Lebens im Ferienlager. Baden gehen, Geländespiel, Nachtwanderung mit Übernachtung im Freien, Sport und Basteln gehören selbstverständlich auch zum Tagesablauf. Zu den Kindern, die gestern nach dem Mittagessen im Pfarrgarten beim Basteln waren, gehörte Katharina Liebig aus Rammenau. Sie war gerade dabei, mit ihrer Lieblingsfarbe Blau ein Fadenkreuz als Fensterschmuck zu gestalten. „Mich hat meine Freundin Edith aus Putzkau eingeladen, hier an dieser Woche teilzunehmen“, erzählt die 13-Jährige, die sehr gespannt auf das Kommende blickt. So wie sie haben die meisten Kinder ihre Zelte, Schlafsäcke und Luftmatratzen mitgebracht und schlagen im weitläufigen Kirch-Gelände ihr Nachtlager auf.