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Junges Herbergspaar will durchstarten

Akkurat gefaltete Servietten und kleine Gestecke liegen auf blütenweißen Tischdecken. Auf den Fensterbänken ist Getöpfertes ansehnlich drapiert. In der Küche klappert es. Es ist Vormittag im Hotel „Stadt...

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Von Annett Kschieschan

Akkurat gefaltete Servietten und kleine Gestecke liegen auf blütenweißen Tischdecken. Auf den Fensterbänken ist Getöpfertes ansehnlich drapiert. In der Küche klappert es. Es ist Vormittag im Hotel „Stadt Königsbrück“. In einer guten Stunde öffnen sich die Türen des Restaurants im Erdgeschoss für Mittagsgäste. Für Diana und Mario Koch ist das noch keine Alltagsroutine. Das junge Ehepaar führt das Hotel an der Weißbacher Straße erst seit knapp drei Wochen.

Trotzdem hat sich natürlich herumgesprochen, dass in Hotel und Restaurant wieder Leben eingezogen ist. „Es waren schon viele Leute da und wir haben positives Feedback bekommen“, sagt Diana Koch. Das freut sie und ihren Mann vor allem deshalb, weil die Tage vor der Eröffnung ein echter Kraftakt waren. „Der Pachtvertrag wurde Ende Oktober geschlossen. Dank dem Einsatz vieler Firmen und Helfer aus Königsbrück und Umgebung konnten wir das Haus innerhalb von zwanzig Tagen renovieren und am 22. November öffnen“, so Mario Koch.

Renoviert in Rekordzeit

Charme und Gemütlichkeit sollen Hotel und Restaurant ausstrahlen. Gleichzeitig will das Paar neue Akzente setzen – zum Beispiel auf der Speisekarte, die durch den regelmäßigen Fischtag immer wieder Abwechslung und vor allem Produkte aus der Region bieten will. Ein Saal für 70 Personen soll an- und eine Sauna eingebaut werden. Schon jetzt denken Diana und Mario Koch über ein Oktoberfest im nächsten Jahr nach. „Aber klar, das alles geht nur Schritt für Schritt“, räumt Mario Koch ein.

Gemeinsam mit seiner Frau hat er auf der Insel Rügen gearbeitet. Er als Küchenchef, sie als Hotelfachfrau, die auch das Fachabitur in der Tasche hat. Die Frage, was beide in den nordwestlichen Zipfel des Landkreises Bautzen verschlagen hat, ist leicht beantwortet. Diana Koch stammt aus Königsbrück. „Wir wollten zusammen etwas Eigenes aufbauen, waren auf der Suche nach einem geeigneten Objekt. Dann erfuhren wir, dass für das ‚Stadt Königsbrück‘ ein neuer Besitzer beziehungsweise Pächter gesucht wurde“, erzählt die 21-Jährige. Die Verhandlungen seien nicht einfach gewesen.

Umso glücklicher war das Paar, das erst im Sommer geheiratet hat, als schließlich alles unter Dach und Fach war. Diana Koch ist die Pächterin des Hauses, sie wird sich vor allem um den Hotelbetrieb und das Marketing kümmern. Ihr Mann ist der Spezialist am Herd und will einen Catering-Service aufbauen. Ab Januar soll zudem ein Azubi seine Lehre beginnen. „Es ist uns wichtig, auch auszubilden, auch wenn unser Team erstmal sicher klein bleiben wird“, so der 36-jährige Mario Koch.

Pferde als gemeinsames Hobby

Die ersten positiven Stimmen von Gästen machen beiden Mut. Es gibt erste Kooperationen, zum Beispiel mit der Töpferei Frommhold nebenan, deren Waren das Restaurant schmücken, und mit dem Fuhrunternehmen Beyer, das Kutschfahrten anbietet.

Das Paar sieht seine Zukunft in Königsbrück. Beide eint nicht nur das Faible für Hotellerie und Gastgewerbe. Bei Verwandten in Koitzsch warten die insgesamt fünf Pferde der Kochs auf Streicheleinheiten und Ausritte – das Hobby des Paares. Diana Koch ist Springreiterin, beteiligt sich regelmäßig auch an Wettbewerben. Davon gebe es in der Lausitz mehr als im hohen Norden, weiß die junge Frau. Ein weiterer Pluspunkt für die Rückkehr nach Sachsen.