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Käbschütztaler Bürgerbus ist zur Hälfte ausgelastet

Den Bürgerbus in der Gemeinde Käbschütztal nutzen im Schnitt pro Fahrt drei Fahrgäste. Damit ist der Siebensitzer knapp zur Hälfte ausgelastet. Dieses sagte jetzt Jörg Weinhardt, Vorstandsmitglied im...

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Den Bürgerbus in der Gemeinde Käbschütztal nutzen im Schnitt pro Fahrt drei Fahrgäste. Damit ist der Siebensitzer knapp zur Hälfte ausgelastet. Dieses sagte jetzt Jörg Weinhardt, Vorstandsmitglied im Bürgerbusverein und Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM).

Der Bürgerbus fährt seit September vorigen Jahres im Raum Lommatzsch und Käbschütztal. Die Nutzer seien überwiegend dieselben Leute. „Wir rechnen damit, dass es rund zwei Jahre dauert, bis das neue Angebot voll angenommen wird“, so Weinhardt. In den ersten Monaten habe sich gezeigt, dass bestimmte Ortsteile nicht nachgefragt seien. Dort stiegen einfach keine Fahrgäste zu. Deshalb wurde der Fahrplan verändert.

Der Bürgerbusverein mietet den Bus von der VGM. Der Erlös aus den Fahrkarten kommt der Verkehrsgesellschaft zugute. Es gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Oberelbe. Der Landkreis Meißen schießt dem Verein in diesem Jahr 12 000 Euro zu.

Keine Fördergelder

Ob dieses Geld auch im kommenden Jahr fließt, ist noch offen. „Fällt der Zuschuss weg, wird es sehr schwierig, den Verein zu erhalten“, gibt Weinhardt zu.

Uwe Klingor, Bürgermeister von Käbschütztal, Vorstandmitglied im Bürgerbusverein und Kreisrat, ist allerdings optimistisch, dass der Landkreis auch künftig den Bürgerbusverein finanziell unterstützt. Kein Geld gab es bisher aus dem Förderprogramm ILEK. Es war der ursprüngliche Gedanke, mit Fördergeldern einen Bus zu kaufen. Doch „bewegliche“ Objekte werden nicht gefördert. Weil das Geld nicht floss, musste nun ein Fahrzeug gemietet werden. Problematisch ist nach wie vor die Situation der Fahrer, die alle ehrenamtlich arbeiten. Derzeit stehen nur drei ständig zur Verfügung, drei weitere sind nur unregelmäßig einsetzbar. „Das ist nicht ausreichend“, sagt Weinhardt. Nach einem öffentlichen Aufruf unter anderem in der SZ meldeten sich weitere fünf Interessenten, so auch aus Meißen, Riesa und Stauchitz. Sie werden derzeit ärztlich untersucht. Ob sie die Tests bestehen, ob und ab wann sie einsetzbar sind, ist derzeit noch unklar.

Die Fahrer sollen künftig Dienstkleidung erhalten. Zugute kommt dem Verein die Werbung, die am Bus angebracht ist. Ansonsten ist er auf Sponsoren und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Das Finanzamt hat dem Verein die Anerkennung der Gemeinnützigkeit versagt.

Der Bürgerbus soll dazu dienen, Orte anzufahren, die nicht vom öffentlichen Personennahverkehr bedient werden.Jürgen Müller