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Kälte bereitet Friedhofsmitarbeitern zusätzliche Arbeit

Wegen Bodenfrost wird die Erde für Urnenbestattungen in Pirna derzeit nicht im Freien gelagert. Auch Feuer ist eine Alternative.

© Kristin Richter

Von Mareike Huisinga

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Wir sind Meister. Wir können das. 

33 Frauen und 242 Männer sind unter den frisch gebackenen Meisterabsolventen der Handwerkskammer Dresden und damit Aushängeschild der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Pirna. Die Minustemperaturen machen derzeit Mensch und Tier zu schaffen. Auch die Mitarbeiter des Friedhofes an der Dippoldiswalder Straße haben dadurch zusätzliche Arbeit. Die ausgehobene Erde für die Gräber der Urnenbestattungen wird über Nacht in Räumen gelagert. „Damit sie nach der Bestattung für die Grabverfüllung benutzt werden kann. Draußen würde sie gefrieren“, erklärt Anett Hauschild, die seit 25 Jahren den Friedhof der Evangelischen Kirchgemeinde Pirna verwaltet.

Keine Probleme hingegen gibt es momentan beim Ausheben der Gräber. „Der Bodenfrost ist lediglich zehn Zentimeter tief, wir müssen noch keine spezielle Technik einsetzen“, so Hauschild. Ab 15 Zentimer Frost im Erdreich ist die Lage anders. Dann benutzen die Mitarbeiter einen speziellen Meißelhammer, der mit einem Notstromaggregat betrieben wird. Er lockert die Erde für das Grab auf. Bei ganz extremen Temperaturen greifen die Friedhofsangestellten auf Feuer zurück. Kokskörbe werden angezündet und über Nacht auf die Graboberfläche gestellt, damit die Erde auftaut. „Ende der 90er-Jahre hatten wir in einem Winter 70 Zentimeter Frost. Da mussten wir auf diese Methode zurückgreifen“, erinnert sich Anett Hauschild.

Der Friedhof ist sieben Hektar groß und hat circa 6 700 Gräber. Insgesamt neun Angestellte arbeiten auf dem Friedhof. Zu den Besonderheiten der Anlage zählt der parkähnliche Charakter mit Waldflächen. Außerdem gibt es seit 2016 eine Gedenkstelle für früh verstorbene Kinder, die von der Pirnaer Initiative Sternenelternträume angeregt wurde. Regelmäßig im Dezember findet eine Andacht für früh verstorbene Kinder in der Kapelle statt.

Probleme mit Vandalismus gibt es zurzeit erfreulicherweise nicht. Das war vor einigen Jahren anders. Damals beschmierten Unbekannte einige Gräber und entwendeten die Spendendose. Außerdem wurde die Grabbepflanzung teilweise zerstört (SZ berichtete).