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Sachsen-Trüffel kommt aus Schiebock

Seine besondere Kreation aus Schafsmilch produziert Torsten Schlüter in Bischofswerda. Nach einem gut gehüteten Familienrezept.

Torsten Schlüter produziert in Bischofswerda eine Delikatesse aus Schafsmilch: die Dresdner Berle oder auch Sachsentrüffel.
Torsten Schlüter produziert in Bischofswerda eine Delikatesse aus Schafsmilch: die Dresdner Berle oder auch Sachsentrüffel. © Archivfoto. Steffen Füssel

Bischofswerda. Es ist nicht einfach, Torsten Schlüter zu treffen. Der Dresdner ist ständig auf Achse. Vor allem wegen seines Käses. Der 56-Jährige produziert eine besondere Spezialität: die Dresdner Berle. Das ist eine Hartkäse-Kugel aus Schafsmilch. Der Name für den kultigen Käse ist nicht etwa ein Schreibfehler, sondern bewusst gewählt. Als Anspielung auf die sächsische Aussprache des Wortes Perle.

Das Licht der Welt erblickt der handwerklich hergestellte  Käse in Bischofswerda. In einer ehemaligen Fleischerei an der Bautzener Straße. Und weil das kugelrunde Milchprodukt nicht nur produziert, sondern während seiner gut dreimonatigen Reifezeit auch gepflegt werden muss, ist der Mittfünfziger eben viel unterwegs. Das sei manchmal eine ganz schöne logistische Herausforderung, gibt er unumwunden zu. 

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Passenderes Objekt, kürzere Wege

Deshalb wird er seine Produktionsstätte in Schiebock voraussichtlich zum Jahresende auch verlassen. Er hat  inzwischen in Radebeul ein passenderes Objekt gefunden, welches sich momentan noch im Umbau befindet. Dem bevorstehenden Wegzug seiner Manufaktur sieht der Berlemacher mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freut er sich. „Dadurch werden die Wege für mich natürlich kürzer.“ Andererseits habe er sich in Bischofswerda wohl und gut aufgehoben gefühlt.

Vor gut einem Jahrzehnt entwickelte der inzwischen 56-Jährige gemeinsam mit seiner  77 Jahre alten Mutter die Dresdner Berle, eine deutschlandweit einzigartige Spezialität. Die Schlütersche Eigenkreation ist nicht etwa als Brotbelag gedacht. Mit ihr können – fein gehobelt – verschiedenste Speisen, wie etwa Pasta oder Salate,  verfeinert werden. Allerdings sollte man die Berle sparsam verwenden. Ähnlich wie Trüffel. Aus diesem Grund trägt die Käsekugel auch den Beinamen Sachsen-Trüffel.  

Zu kaufen bekommt man Torsten Schlüters fein in Krepp-Papier verpackte Berlen nur in ausgewählten Fachgeschäften wie Pfunds Molkerei in Dresden oder in Gräfes Wein & Fein in Radebeul. Auch verschiedene Gastronomen ordern seine Kreation, und selbst im nichteuropäischen Ausland ist die Hartkäse-Kugel sehr gefragt

Gut gehütetes Familiengeheimnis

Schon sein Urgroßvater habe Käse hergestellt, verrät Torsten Schlüter. „Aus der Milch, die seine Ziegen gaben.“ Kein Wunder also, dass Mutter und Sohn seinerzeit ebenfalls anfingen, mit Milch zu experimentieren. Der Grundstoff für die Schlüterschen 80 bis 90 Gramm schweren pikanten Käsekugeln ist allerdings nicht Ziegen-, sondern Schafsmilch.

Wie genau die kugelrunden Köstlichkeiten entstehen, darüber schweigt der Mittfünfziger allerdings. Auch darüber, wie viele Berlen seine Produktionsstätte verlassen. Das bleibt ein gut gehütetes Familiengeheimnis. 

Nur so viel verrät der Dresdner: Die Schafsmilch wird mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen verarbeitet. Neben der naturbelassenen Variante gibt es neun verschiedene Geschmacksrichtungen. Zum Beispiel Rucola-Knoblauch, Rosmarin oder Salbei. „Wir setzen auch ausgefallene Geschmacksrichtungen wie Whiskey oder Rote-Beete-Ingwer für unsere Kunden um“, so der Käsemacher mit dem richtigen Riecher, der noch einige Ideen für weitere Berle-Sorten hat. Nach dem Umzug seiner Manufaktur ist dafür dank der dann kürzeren Wege sicher auch wieder mehr Zeit.

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