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Käufer der Post gibt auf

Der Eigentümer akzeptiert die deutschen Behörden nicht. Jetzt streicht er sein geplantes Projekt und will auswandern.

Von Cathrin Reichelt

Rosa von Zehnle hatte große Pläne mit der Harthaer Post. Ein Kunst- und Kulturzentrum sollte daraus werden. Nach nicht einmal einem Jahr ist dieses Vorhaben geplatzt. Er hat Ärger mit dem Landratsamt. Dessen Bauaufsicht hat ein Auge auf die Post, da das Gebäude marode ist und dadurch eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellt. „Dies wird durch ein Gutachten eines Bausachverständigen belegt“, erklärt Cornelia Kluge, Pressesprecherin des Landratsamtes. Außerdem liege kein Antrag zur Nutzung des Gebäudes vor.

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Statt nach Möglichkeiten für die Sanierung der Post zu suchen und den geforderten Antrag einzureichen, gibt Rosa von Zehnle, der eigentlich Jürgen Zehnle heißt, auf. Er bezeichnet sich selbst als Bürger des Deutschen Reichs, geboren im Königreich Baden, der sich in staatliche Selbstverwaltung begeben habe. Deshalb sei das Grundstück, auf dem die Post steht, als eigener Staat zu verstehen und zu behandeln. Er erkennt die Verwaltungsstrukturen der BRD nicht an. Stattdessen spricht er den Mitarbeitern des Landratsamtes ein Haus- und Grundstücksbetretungsverbot aus und kündigt an: „Bei Zuwiderhandlung und Erzwingung werde ich Polizeischutz beantragen und zusätzlich völkerrechtlich tätig werden.“ Da er nun bereits zum dritten Mal am Aufbau einer eigenen unabhängigen Existenz gehindert werde, wolle er das Kaiserliche Postamt verkaufen und noch in diesem Jahr ins Ausland auswandern.