SZ +
Merken

Käufer fühlen sich geprellt

Olbersdorf. Der Kauf für zwei Wohnblöcke wurde rückgängig gemacht. Dessen Besitzer hatte die Betriebskosten kassiert, aber nicht weiter gereicht.

Teilen
Folgen

Von Angelika Hoyer

Die Lawine kam vorige Woche nach einem Artikel in der SZ ins Rollen. Wolfgang Horn von der Wärmeversorgung zog sofort die Notbremse, als er in der Zeitung vom Verkauf der beiden Häuser am Grundbachtal erfuhr. Schließlich sind noch Heiz- und Warmwasserkosten von rund 26000Euro offen, aufgelaufen seit Mai 2007. Nicht zum ersten Mal übrigens. „Wenn wir mit der Drosselung von Wärme und Warmwasser drohen, wurde einige Monate gezahlt, und dann geht das Theater wieder von vorn los“, ärgert sich der Geschäftsführer.

Alle Versorger ohne Geld

Aus allen Wolken fiel auch Norbert Blaschke. Seine Firma, die Hirsch-Immobilien hatte die Blöcke Grundbachtal 17–35 gerade erst erworben. „Bei mir läuteten ganz laut die Alarmglocken, als ich dann bei weiteren Versorgern nachfragte“, sagt er. „Ob für Müll, Wasser oder Fahrstuhl, alle saßen auf offenen Rechnungen. Auf überschlagsweise 70000Euro sei er allein bei diesen Rundrufen gekommen. Als ihm schließlich noch ein Fax auf den Tisch flatterte, in der einer der Gläubiger darum gebeten wurde, gegenüber dem neuen Käufer doch bitte nichts von den Außenständen zu erwähnen, platzte dem Geschäftsführer der Kragen.

Für ihn ist das arglistige Täuschung, zumal die Höhe der offenen Rechnungen den Kaufpreis weit übersteige. Die Käufer fühlten sich vom bisherigen Eigentümer betrogen und belogen. Norbert Blaschke ging sofort zum Notar und machte den Hauskauf rückgängig. Aus seiner Sicht ist es keinesfalls normal, wenn ein Vermieter einfach die von seinen Mietern bezahlten Betriebskosten einbehält.

Ratlose Mieter

Zurück bleiben verunsicherte Mieter. Wieder einmal müssen die überwiegend älteren Leute fürchten, bald in kalten Wohnungen zu sitzen. Genau diese Drohung wendet die Olbersdorfer Wärmeversorgung nämlich inzwischen immer dann erfolgreich an, wenn der Hauseigentümer, die Innovative Immobiliengesellschaft (IIG) auf Mahnungen oder gar Gerichtstitel überhaupt nicht reagiert. Das funktionierte auch diesmal. Zumindest versicherte Antje Pfarr von der IIG gegenüber der SZ, dass die Zahlung der rückständigen Heizkosten zwischenzeitlich durch Geschäftsführer Uwe Werwach persönlich erfolgt sei. Man halte zwar am Verkauf für die Wohnblöcke fest, habe aber die Mieter zwischenzeitlich informiert, dass die Miete und Nebenkosten vorerst weiterhin an die IIG zu zahlen sind. Über Außenstände bei anderen Versorgern wollte die Angestellte nicht sprechen. Da könnten also noch weitere Überraschungen wie abgestellte Fahrstühle oder volle Müllcontainer auf die Mieter zukommen.