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Käufer für das Laubuscher Rathaus 

In dem seit sechs Jahren nicht mehr genutzten Gebäude sollen eine Tagespflege und Betreutes Wohnen angeboten werden.

Das Laubuscher Rathaus bekommt einen neuen Eigentümer. Der will das Gebäude so herrichten, dass eine Tagespflege einziehen kann. In den Obergeschossen soll Betreutes Wohnen ermöglicht werden, im einstigen Ratskeller eine Küchennutzung.
Das Laubuscher Rathaus bekommt einen neuen Eigentümer. Der will das Gebäude so herrichten, dass eine Tagespflege einziehen kann. In den Obergeschossen soll Betreutes Wohnen ermöglicht werden, im einstigen Ratskeller eine Küchennutzung. © Archivfoto: Gernot Menzel

Lauta. Der Stadtrat von Lauta hat am Montagabend beschlossen, das ehemalige Laubuscher Rathaus zu verkaufen. Für 47 000 Euro wird es den Besitzer wechseln. Käufer und gleichzeitig Investor ist die eigens dafür von zwei Auswärtigen gegründete Rathaus Laubusch GbR. Was diese GbR vorhat, das erfuhren die Stadträte am Montag von einer Steuerberaterin aus Teltow bei Potsdam und damit aus erster Hand.

Demnach hat sich die Geschäftsfrau schon 2017 das einstige Rathaus gemeinsam mit einem Architekten näher angeschaut. Aufmerksam geworden war sie auf das Gebäude nicht ganz zufällig. Laubusch kennt die Investorin schon seit geraumer Zeit. So hat sie 2007 das inzwischen in eine Stiftung eingebrachte ehemalige Verwaltungsgebäude der Brikettfabrik Laubusch bei einer Auktion erworben. Später kaufte sie die ehemalige Direktoren-Villa an der Parkstraße. Nun also widmet sie sich dem einstigen Rathaus, von dem sie schwärmt: „Das ist eines der wichtigsten Gebäude, die es in Laubusch gibt.“ Genau genommen handelt es sich um einen Komplex mit vier Denkmalen, bestehend aus dem Rathaus selbst, aus zwei Nebengebäuden und dem Vorplatz vor dem Rathaus.

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Zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro wird es kosten, so schätzt die Investorin, das Gebäude denkmalgerecht zu sanieren und für die künftige Nutzung herzurichten. Sie hofft auf einen Baubeginn im Winter mit Fertigstellung im kommenden Jahr. Geplant ist, im Erdgeschoss eine Tagespflege für etwa 15 Personen einzurichten. Die bis vor Kurzem noch angedachten Ferienwohnungen im Obergeschoss sollen in eines der beiden genannten Nebengebäude hinter dem Rathaus ausgelagert werden. An ihrer Stelle sollen die vorhandenen Räume im ersten und im zweiten Obergeschoss für die Unterbringung älterer Menschen hergerichtet werden. Mit einem hiesigen Pflegedienst sei schon ein potenzieller Mieter gefunden. Und Betreutes Wohnen, so findet die Investorin, passe auch besser zur Nutzung im Erdgeschoss. Um die Obergeschosse zu erreichen, wird auf der Rückseite ein Fahrstuhl angebaut.

Als „kleines Schmankerl“ bezeichnete die Geschäftsfrau das Vorhaben, auch die Räume des einstigen Ratskellers zu nutzen. Es gebe einen Interessenten, der dort eine Küche betreiben möchte. Denkbar sei, die 15 Patienten und die Mitarbeiter in der Tagespflege sowie die Bewohner des Hauses gastronomisch zu versorgen, womöglich sogar Schulen und Kitas in der Nähe.

Schon 2011 hatte der Lautaer Stadtrat die Grundsatzentscheidung zum Verkauf des Laubuscher Rathauses gefasst. Lange Zeit war der 2014 von einem Gutachter festgestellte Verkehrswert von mehr als 200 000 Euro das Hindernis gewesen. Eine Begutachtung in diesem Jahr ergab einen Verkehrswert von 47 000 Euro. Das war die Rathaus Laubusch GbR bereit, zu zahlen.

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