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Käufer für Erntebrot Döbeln gefunden

Im Spätsommer könnte der Verkauf abgeschlossen werden. Ein weiterer Kredit soll die Liquidität der Firma sichern.

Erntebrot Döbeln ist möglicherweise gerettet.
Erntebrot Döbeln ist möglicherweise gerettet. © Dietmar Thomas/Archiv

Döbeln. Ist die insolvente Firma Erntebrot jetzt gerettet? Der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Thomas Beck hat einen Kaufinteressenten für das angeschlagene Döbelner Unternehmen gefunden. Der Investorenprozess, den er im Herbst vergangenen Jahres über eine Dresdener Unternehmensberatergesellschaft ausgelöst hatte, sei erfolgreich gewesen, teilt eine Sprecherin des Verwalters auf Anfrage von Sächsische.de mit. Mit einem potenziellen Käufer aus der Region hätten sich die Beteiligten auf die wesentlichen Eckdaten verständigt.

Das Konzept des Investors sehe den Erhalt des Unternehmens mit seinem Produktionsstandort, den rund 30 Filialen sowie den Arbeitsplätzen vor. Das Geschäft soll zudem weiter ausgebaut werden. Im nächsten Schritt werde der Sanierungsplan in Form eines Insolvenzplans vorbereitet. 

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„Mit allen Abstimmungen, den dafür nötigen Genehmigungen und einzuhaltenden Fristen wird dies einige Wochen in Anspruch nehmen, sodass die Beteiligten von der finalen Übertragung im Spätsommer ausgehen“, so eine Sprecherin des Insolvenzverwalters.

Corona-Hilfe beantragt

In der vergangenen Woche war eine Versammlung der Gläubiger anberaumt. Tagesordnungspunkt: Die Inanspruchnahme eines Kredites der Sächsischen Aufbaubank (SAB) über 200.000 Euro. Erntebrot habe den Förderkredit vorsorglich beantragt, da nicht abzusehen sei, welche Auswirkungen das Corona-Virus gegebenenfalls noch haben wird, so die Sprecherin. 

„Wie in vielen anderen Betrieben auch, war die wirtschaftliche Situation bei Erntebrot in den letzten Wochen angespannt und erst langsam stabilisiert sich das Geschäft wieder. Die Filialen haben zwar alle wieder wie gewohnt geöffnet, aber die Umsätze sind noch nicht wieder auf dem Niveau vor der Corona-Krise.“ Auch ein weiteres Standbein der Bäckerei schwächelt: Beim Betrieb von Schulen und Kindergärten gebe es noch Einschränkungen und somit Umsatzeinbußen. 

Die Geschäftsführung mit Alexander Großmann und Elke Lehmann sowie der Insolvenzverwalter Thomas Beck hätten deshalb entschieden, aus kaufmännischer Vorsicht heraus den Kredit zu beantragen. „Die Gläubigerversammlung bewilligte das Vorgehen – bei Bedarf stehen nun zusätzliche liquide Mittel zur Deckung der laufenden Betriebskosten bereit. Alle Beteiligten hoffen hier jedoch auf zeitnahe weitere Lockerungen und somit die Normalisierung des Alltags.“

Nicht die erste Insolvenz von Erntebrot

Die Firma Erntebrot hatte vor knapp einem Jahr Insolvenz beantragt. Und das schon zum zweiten Mal, nachdem zuvor über ein Insolvenzplanverfahren das Unternehmen wieder in wirtschaftlich solidere Verhältnisse kam. 

Allerdings erwies sich die Ausstattung mit liquiden Mitteln als zu gering, sodass die Firma ein Rückgang des Umsatzes im Sommer vergangenen Jahres nicht kompensieren konnte. In der Insolvenz wurde der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang weitergeführt. Von den rund 180 Mitarbeitern hatten etwa 20 zu Beginn der Insolvenz das Unternehmen verlassen.

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