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Kaffee und Elefanten

Der Eine-Welt-Verein beteiligt sich an der "Fairen Woche" und den Interkulturellen Wochen. SZ sprach mit dem Vorsitzenden Andreas Görlitz.

Kunsthandwerk, Musikinstrumente, Kaffee und Tee und andere Lebensmittel gibt es im ehrenamtlich arbeitenden Eine-Welt-Laden auf der Klostergasse.
Kunsthandwerk, Musikinstrumente, Kaffee und Tee und andere Lebensmittel gibt es im ehrenamtlich arbeitenden Eine-Welt-Laden auf der Klostergasse. © Norbert Millauer

Großenhain. Im Rahmen der 19. Fairen Woche vom 11. bis 25. September und den fünften Interkulturellen Wochen im Landkreis vom 12. September bis 4. Oktober bringt sich auch der Eine-Welt-Laden und Verein von der Klostergasse ein. 

Herr Görlitz, was ist Ihre Motivation, an diesen Aktionen teilzunehmen? 

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Beide Veranstaltungen entsprechen den Zielen und Aufgaben des Fairen Handels, der auch bei uns im Verein immer mit Bildungsangeboten verbunden ist. Außerdem kooperieren wir nicht zum ersten Mal mit der Diakonie bzw. der Marienkirche Großenhain. 

Was konkret bieten Sie den Interessenten an?  

Am Donnerstag, 17. September, berichtet Jens Klein aus Leipzig auf unsere Initiative hin im Gemeindesaal am Kirchplatz 5-6 über eine Start-up-Genossenschaft mit einem Kaffeeanbau-Projekt in Nicaragua. Dabei geht es in dem Multimedia-Vortrag neben Fairem Handel um den klimaschonenden Transport über die Weltmeere. Wir reisen zur Kooperative Tierra Nueva nach Nicaragua und klimafreundlich mit dem Frachtsegler Avontuur zurück nach Deutschland. Der Segel-Kaffee zeigt als Premiumprodukt symbolisch, dass Waren sauber und emissionsfrei über den Seeweg transportiert werden können. 

Kaffee ist nach diesem Vortrag für die Zuhörer nicht mehr gleich Kaffee. Der Leipziger Importeur stellt das Projekt Café Chavalo vor, das ein Umdenken beim globalen Warentransport bewirken und globales partnerschaftliches Wirtschaften aufzeigen will. Der Faire Handel spielt eine Rolle für Kleinbauern weltweit. Deshalb sollten wir hierzulande fair gehandelten Bio-Kaffee trinken. 

Sind auch Großenhainer an den Wochen beteiligt? 

Ja. Marie Bergmann aus Großenhain war im Freiwilligendienst ein Jahr in Indien. Sie berichtet am 24. September um 19 Uhr im Gemeindesaal über ihre Erlebnisse. Bei Indien denkt man an Gewürze, Elefanten, Slums, Tempel, Smog und Bollywood. Dazu gehören aber auch Berge, Kühe, Schnee, Tschai und Äpfel. Denn Marie Bergmann arbeitete in einem Landwirtschaftsprojekt. Im "weltwärts"-Programm des Bundesministeriums für Zusammenarbeit engagieren sich junge Leute in Projekten und Einrichtungen in Ländern des globalen Südens und in Osteuropa. 

Durch das Engagement lernen die Freiwilligen andere Kulturen und Sichtweisen kennen, hinterfragen eigenen Denkmuster und Handlungsweisen. Sie werden dadurch zu einem global solidarischen Handeln befähigt und können das dann auch weitergeben. Die Freiwilligen leisten einen Beitrag zur Völkerverständigung und globaler Zusammenarbeit. Mit vielen Bildern erzählt Marie Bergmann von ihren Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen und der Kultur in einer ländlichen Region in Indien. 

Andreas Görlitz ist Vorsitzender des Großenhainer Eine-Welt-Vereins.
Andreas Görlitz ist Vorsitzender des Großenhainer Eine-Welt-Vereins. © Sebastian Schultz/Bildstelle

Am 20. September gibt es auch eine Filmvorführung im Großenhainer Kino ...

... an der unser Dachverband, das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen, zu Gast beim Veranstalter, der Diakonie Meißen, mit auf dem Podium ist. Um 17.30 Uhr wird der Film "Die Mission der Lifeline" gezeigt. Axel Steier und sein Team vom Dresdner Seenot-Rettungsverein haben für die Mission Lifeline im Mittelmeer erfolgreich Spenden gesammelt. Doch dafür wurden sie auch angefeindet. Nach dem Film gibt es ein Podiumsgespräch unter Leitung der Migrationsberatung.

Weitere Veranstaltungen: 30. September, 17 bis 19 Uhr, Gemeindesaal Kirchplatz 5-6: Kindergärten in Tansania, Bericht über ein Austauschprogramm.

24. September, 16 bis 18 Uhr, Schlossgraben am Schlossplatz: 1, Internationales Café: Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge.

www.interkulturellewoche.de

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