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Kaffeekränzchen für die Kamera

Die Stadt kommt ins Fernsehen. Der MDR hat an der Spree und in Umgebindehäusern gedreht. Das verlief nicht unproblematisch.

© SZ Thomas Eichler

Von Romy Kühr

Die Fernsehkamera hat viele Feinde. Mit einem der größten hat es Kamerafrau Sybille Martin jetzt in Ebersbach zu tun gehabt: Sonne. Davon gab es reichlich, als die Expertin für schöne Bilder mit einem Filmteam des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) im Oberland unterwegs war. Das Licht blendet auf dem weiß lackierten Holztisch, den die Kamerafrau ins Bild rücken will. Auch Sybille Martins Assistent stöhnt in der Nachmittagshitze. Er muss Probesitzen im Hof des des Ebersbacher Kaffeemuseums.

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Wenige Minuten später nehmen die eigentlichen Hauptdarstellerinnen für den Beitrag am Tisch Platz: MDR-Moderatorin Beate Werner und Simone Scholz, Inhaberin des Kaffeemuseums. Vor sich haben sie zwei Tassen mit dampfendem Kaffee. Das Kaffeemuseum ist eine von vielen Station des Fernsehteams in Ebersbach-Neugersdorf. Die ganze Woche und auch noch in den nächsten Tagen sind die Filmleute unterwegs, um die Oberlandstadt ins rechte Licht zu rücken. Denn Ebersbach-Neugersdorf wird Protagonist einer Sendung in der Reihe „Unterwegs in Sachsen“. Anlass sind die zwei Spreequellen, die es in der Stadt gibt, berichtet Moderatorin Beate Werner. „Wir suchen für unsere Sendereihe ständig interessante Drehorte in Sachsen. Die Quellen der Spree hatten wir schon länger ins Auge gefasst“, erzählt sie. Neben dem Kottmar mit seiner Spreequelle spielt Ebersbach-Neugersdorf deshalb die Hauptrolle in der 30-minütigen Sendung, die Mitte Juli ausgestrahlt wird.

Bei ihren Recherchen vor Ort haben die Filmleute aber festgestellt, dass es in Ebersbach-Neugersdorf noch mehr Sehenswertes gibt, als die Spree und ihre Quellen. Umgebindehäuser zum Beispiel. Auch zu den typischen Oberlausitzer Häusern soll die Sendung den Bogen schlagen. „Wir wollen zeigen, wie sie hergerichtet sind und wie sie heute genutzt werden“, sagt Moderatorin Beate Werner. Das Kaffeemuseum, das Simone Scholz und ihr Mann in einem Vierseitenhof am Oberen Kirchweg eingerichtet haben, ist nur eine von verschiedenen interessanten Nutzungen. Hier gibt es nicht nur historische Kaffeemühlen- und Maschinen und Interessantes rund um das schwarze Gold zu sehen. Hier wird auch Kaffee selbst geröstet.

„Es ist toll, was die Leute aus den alten Häusern machen, mit wie viel Liebe sie sanieren und umbauen“, ist die Fernsehmoderatorin begeistert. Auch in anderen Umgebindehäusern ist sie mit dem gesamten Filmteam zu Gast und wird Aufnahmen drehen. Zum Beispiel im Grünsteinhof, wo eine Familie Ferienwohnungen eingerichtet hat. Oder in der Alten Mangel, wo Ausstellungen und Kulturveranstaltungen stattfinden. Oder in der Theaterscheune in Neugersdorf. In einem alten Stall wird dort Shakespeare gegeben.

Alle Drehorte hat die Redaktion im Vorfeld ausgewählt, spannende Geschichten gesucht, die Protagonisten auf den Dreh eingestimmt, erzählt die Fernsehfrau. „Das kann man nicht alles spontan machen.“ Schließlich seien das ganz normale Leute, die wohl das einzige Mal in ihrem Leben vor einer Fernsehkamera stehen und sprechen müssen. Simone Scholz vom Kaffeemuseum hat damit kein Problem. Zumindest äußerlich wirkt sie völlig gelassen, lässt die Maskenbildnerin an ihren Haaren zupfen und Puder nachlegen. Dann sitzt sie am Tisch und erzählt über ihre Kaffeesorten aus aller Herren Länder, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Cool geblieben sind auch die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung von der Ebersbacher Feuerwehr. Sie hatten auch einen wesentlich kühleren Drehort mit spritzigem Nass. Von dem hat auch die Moderatorin etwas abbekommen. Mit ihrer historischen Handdruckspritze haben sie am Spree-Eck Wasser aus dem Fluss gepumpt. Ein perfekter Schluss für den Beitrag, findet Beate Werner. Schließlich geht‘s ja um die Spree.

Sendetermin für „Unterwegs in Sachsen“ aus Ebersbach-Neugersdorf: 12. Juli, 18.15 Uhr im MDR