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Pirna

Kahlschnitt am Gärtnerweg

Nicht alle verstehen, warum eine Wiese in Graupa gemäht wurde. Sie pochen auf Naturschutz. Die Stadt hat ihre Gründe.

Fachleute mähten in Graupa am Gärtnerweg den Großteil einer Wiese gnadenlos ab. Das stößt bei einigen Anwohnern auf Kritik.
Fachleute mähten in Graupa am Gärtnerweg den Großteil einer Wiese gnadenlos ab. Das stößt bei einigen Anwohnern auf Kritik. © Foto: Daniel Schäfer

Den Anwohnern am Gärtnerweg /Ecke Pirnaer Weg war am 14. Juni kein langer Morgenschlaf vergönnt. Kurz vor acht Uhr rückte eine Gartenfirma an und mähte lautstark einen Großteil der Wiese am Straßenrand. Lediglich ein Stück unmittelbar bei dem Spielplatz auf dem Areal wurde verschont. So sieht man den Unterschied besonders gut. Auf der einen Seite ist alles saftig grün. Es hummelt und summt. Der gemähte Teil sieht dagegen hässlich braun und verbrannt aus.

Einem Anwohner geht es um die Sache und nicht um seine Person. Deshalb möchte er anonym bleiben. „Ich verstehe nicht, warum die Wiese zerstört wurde. Es macht mich einfach nur traurig“, bringt er seine Kritik auf den Punkt. Alle Welt würde von Klimaschutz und Insektensterben reden. Diese Wiese, so der Graupaer, bot vielen Tieren einen guten Lebensraum. Jetzt nicht mehr. Etwas mehr Verständnis hätte er ja gehabt, wenn die Fachfirma aus dem Schnittgut Heu für Tiere gemacht hätten. „Aber der Grünschnitt wurde nicht getrocknet, sondern sofort an dem Freitag abtransportiert“, berichtet der Anwohner.

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Doch die Stadt will sich nichts vorwerfen lassen und spielt den Ball zurück. Auf Beschwerde und Bitte der Anwohner wurden die betreffenden Wiesenflächen vor circa zwei Jahren in den Pflegeplan mit aufgenommen und seitdem von der Stadt Pirna gemäht. Das teilt Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin auf SZ-Nachfrage mit. Auch die restliche Fläche soll ihren Angaben nach noch geschnitten werden.

Die Sprecherin bestätigt, dass es für die Mahd keine weitere Verwendung gibt, sondern der Grünschnitt lediglich kompostiert werde. Die Mahd erfolgt dreimal im Jahr und im Vegetationsrhythmus. „Das heißt, gemäht wird erst, wenn die Pflanzen abgeblüht und ihre Samen verstreut haben, um sicherzustellen, dass die Pflanzen dann auch wieder nachwachsen können“, erklärt Nikitin. Die Spielfläche wird in einem engeren Takt gemäht.

Überhaupt betont die Rathaussprecherin, dass die Verwaltung mit Augenmaß und Rücksicht auf die Umwelt die Grünpflege im Stadtgebiet betreibe. „Viele Wiesenflächen, zum Beispiel sogenannte Extensivflächen oder Streuobstwiesen, werden maximal zwei- bis dreimal im Jahr gemäht, um Insekten Schutz und Nahrung und einen Lebensraum zu bieten“, so Jekaterina Nikitin.

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