SZ +
Merken

Kaiser-Franz-Joseph-Bad öffnet als Kunst-Tempel

Nach vier Jahren Planung und Umbau ist das Liberecer Schwimmbad nun eine Galerie.

Teilen
Folgen

Von Katja Zimmermann

Das gerade restaurierte Kaiser-Franz-Joseph-Bad in Liberec (Reichenberg) öffnet am 28. Februar, von 10 bis 17 Uhr, als neuer Sitz der Regionalgalerie (Oblastní galerie) seine Pforten. Zum Auftakt sowie am 1. und 2. März bezahlen Erwachsene nur die Hälfte (40 statt 80 Kronen) Eintritt; Studenten, Kinder und Senioren kommen drei Tage kostenlos ins Haus, sagte Galeriechef Jan Randáèek der SZ. In der Haupthalle sind moderne Plastiken von Josefína Jonášová zu bewundern. Im Saal darunter dreht sich alles um das Thema „Schwimmer“ (Plavci), künstlerisch durch Bilder, Skulpturen, Videos und anderes umgesetzt. Eine weitere Schau widmet sich der Grafik in der Zeit Kaiser Rudolfs II mit Stücken aus den Sammlungen der Oblastní Galerie und der Nationalgalerie in Prag, wieder eine andere der Architektur Südtirols. Auch an Spiel und Spaß ist gedacht: Am 1. März können sich Kinder mit ihren Eltern von 10 bis 15 Uhr beim „Ahoooj!“-Workshop als Matrosen fühlen – sie sind unter anderem eingeladen, Seemanns-Mützen herzustellen.

Der Umbau des Stadtbads aus dem Jahr 1900 ist damit fast abgeschlossen. Nur die Fachbibliothek und eine Ausstellung mit interaktiven Exponaten sind noch nicht zum Stichtag fertig geworden, beides soll im April eröffnet werden. „Herrlich ist das Gebäude“, schwärmt Jan Randáèek, „auch gut bekannte Bilder erhalten in neuer Umgebung und in neuen Kontexten eine ganz andere Bedeutung!“ Die Rekonstruktion habe einschließlich der Projektarbeit vier Jahre gedauert, sei sehr intensiv und kostspielig gewesen. Der Galerie-Chef ist überzeugt, dass die Verwandlung des Stadtbads in die Galerie ein Erfolg ist – sowohl von architektonischer Seite als auch von den Wünschen der Galerie her. Es gebe sicher kleinere Details, die anders gelöst hätten werden können. Aber auch so sei das neue Gebäude besser als der vorhergehende Sitz in Liebiegs Palais, dem rot-weißen Schloss im Stadtzentrum. Das Bad liegt gegenüber dem Nordböhmischen Museum direkt an der Straßenbahnhaltestelle und wurde mit einem modernen Café ausgestattet.

www.ogl.cz