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Kajakfahrer aus dem Raum Radeberg verunglückt

Ein 23-Jährige aus dem Rödertal ist bei Geesthacht offenbar mit seinem Kajak in ein Wehr geraten und gekentert. Am Donnerstag wurde ein Leichnam gefunden.

Am Wehr bei Geesthacht wurde das gelbe Kajak des 23-Jährigen aus dem Wasser gezogen. Von dem jungen Mann fehlte zu dem Zeitpunkt noch jede Spur. Inzwischen ist ein Leichnam gefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den Paddler handelt.
Am Wehr bei Geesthacht wurde das gelbe Kajak des 23-Jährigen aus dem Wasser gezogen. Von dem jungen Mann fehlte zu dem Zeitpunkt noch jede Spur. Inzwischen ist ein Leichnam gefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den Paddler handelt. © Christoph Leimig

Radeberg/Geesthacht. Auf der Elbe bei Geesthacht ist ein junger Mann aus dem Rödertal verunglückt. Das teilt die Polizei mit. Zwei Angler haben am heutigen Donnerstag gegen 9.30 Uhr eine Leiche im Wasser treiben sehen und die Freiwillige Feuerwehr Geesthacht alarmiert. Die Polizei geht davon aus, dass es sich dabei um den seit Sonntagmittag vermissten 23 Jahre alten Kajakfahrer handelt. "Er stammt aus einem Ort bei Radeberg“, sagte Antje Freudenberg, Sprecherin der Polizeiinspektion Lüneburg, der SZ. Genauere Angaben will sie aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht machen.

Nach Angaben der Bergedorfer Zeitung wurden für das Bergen der Leiche aus der Elbe mehrere Taucher eingesetzt. Sie zogen den leblosen Körper aus dem Wasser, hinein in ein Boot der Freiwilligen Feuerwehr Geesthacht. Knapp zwei Stunden waren Beamte der Kriminalpolizei sowie Rettungskräfte der Feuerwehr Geesthacht vor Ort. Der Leichnam wird nun zur Gerichtsmedizin nach Lüneburg oder Lübeck gebracht. Nach Recherchen der Bergedorfer Zeitung war der 23-Jährige am 4. Juli in Pirna gestartet, er legte die rund 500 Kilometer in acht Tagen zurück. Nahe dem Stauwehr an der Elbbrücke Geesthacht passierte dann das Unglück. Autofahrer beobachteten gegen 11.40 Uhr, wie der Paddler auf der Elbe stromabwärts Richtung Hamburg unterwegs war und sein gelbes Kajak durch das Wehr steuerte. Auf der anderen Brückenseite trieb der gekenterte Einsitzer, vom Kajakfahrer keine Spur.

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Die Zeugen alarmierten sofort die Rettungskräfte. Ein Großaufgebot eilte zur Unglücksstelle und stoppte den Verkehr auf der Elbbrücke. Sie war für die Dauer des Einsatzes vollständig gesperrt. Gut 100 Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen suchten stundenlang auf Höhe der Elbbrücke. Einsatzkräfte samt Taucher und Booten aus dem gesamten Herzogtum Lauenburg waren vor Ort, dazu der Wasserrettungszug des Landkreises Harburg mit Tauchern und Booten, die Wasserschutzpolizei sowie die DLRG. Es wurde nicht nur intensiv im Wasser, sondern auch am Ufer gesucht. Wenig später beteiligte sich auch der Rettungshubschrauber „Christoph 29“ am Einsatz, dazu kamen Taucher, Kleinboote und ein Löschboot der Berufsfeuerwehr Hamburg.

Feuerwehr-Großaufgebot an der Elbe

Die Freiwillige Feuerwehr Geesthacht, die als erste am Einsatzort war, konnte das Kanu in einer Bucht an der südlichen Elbseite bergen. Nach dem Schließen eines Tor des Stauwehrs wurden zwei Seesäcke mit persönlichen Sachen des Vermissten hochgespült und konnten geborgen werden. Weder die mit Sonar ausgestatteten Boote der Berufsfeuerwehr Hamburg, noch der Rettungshubschrauber oder die Drohnen der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenbek konnten zunächst den vermissten Kanufahrer entdecken. Wie es zu dem Unfall kam, ist unklar. „Es gibt derzeit keine Hinweise, weshalb der Kajakfahrer in die Gefahrenzone paddelte“, sagte Antje Freudenberg. 

Das Wehr ist gut gesichert. Die Warnhinweise auf dem Fluss und an Land sind nicht zu übersehen. Bei der Einfahrt zur Schleuse steht ein großer, gut sichtbarer Pfeil auf der Elbinsel. Wer die Zufahrt verpasst, stößt dahinter auf fünf große gelbe Tonnen, die gut 300 Meter vor dem Wehr über die Breite des Flusses in der Elbe verankert sind. Sie signalisieren „Durchfahrt verboten“. Unterstützung leistet die Signalanlage auf der Böschung mit riesigem maritimem Stopp-Schild und rotem Dauerlicht einer Ampel.Nach Angaben der Bergedorfer Zeitung könnte der junge Mann gezielt in die Nähe des Stauwehrs gefahren sein. Dorthin, wo die Fischtreppe auf der niedersächsischen Seite ist. 

Aus Kreisen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts in Lauenburg ist zu hören, dass diese Treppe bei einigen Wassersportlern wohl als Geheimtipp zum Umtragen der Boote auf die andere Wehrseite gilt, wenn man das Schleusen vermeiden will. Wer nicht ortskundig ist und seine Reise mittels der Satellitenansicht bei Google Maps plant, kann diese Stelle durchaus ideal finden – und die tödliche Gefahr ein paar Meter weiter verkennen. (SZ/td, Bergedorfer Zeitung)

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