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Kalenderblättchen: Der April

Der April ist ja für seine launigen Wetter-Kapriolen bekannt und berüchtigt. Nicht umsonst wurde der Monat im Althochdeutschen mit dem Begriff „Launing“ geadelt. Im altrömischen Kalender war der April...

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Von Christian Henke

Der April ist ja für seine launigen Wetter-Kapriolen bekannt und berüchtigt. Nicht umsonst wurde der Monat im Althochdeutschen mit dem Begriff „Launing“ geadelt. Im altrömischen Kalender war der April der zweite Monat im Jahr und leitete seinen Namen vom Verb „aperire“ ab, gleichbedeutend mit „öffnen“ – bezogen auf die Blüten und Knospen in der Natur.

Im Tschechischen heißt der April „duben“. Eine klare Sache: Die Ableitung kommt von „dub“ in der Bedeutung von „Eiche“. Nach den Birken im März sind also jetzt die Eichen dran, aus dem Winterschlaf zu erwachen.

Der Ausblick in Richtung Polen ist noch etwas lieblicher. Der Monat wird nämlich mit „kwiecien“ bezeichnet, einer Ableitung von „kwiat“ als „Blume“ bzw. von „kwiecisty“ als „blumenreich“. Der polnische Volksmund hat folgende Redewendung auf Lager: „Kwiecien – plecien, bo przeplata troche zimy, troche lata.“ Das könnte man annähernd so deuten: „Der April ist ein Meister im Flechten – ein bisschen Winter zur Linken, ein wenig Sommer zur Rechten.“