merken
PLUS

Kameliensaison ist eröffnet

Noch ein paar helle Tage, dann dürften viele der Pflanzen im Wolfstal in voller Blüte stehen. Knospen sind reichlich zu sehen.

© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein. Die Kamelien im Roßweiner Wolfstal – unbestritten ein Aushängeschild der Stadt – sind gut über den Sommer gekommen. Das ist nicht unwichtig. Immerhin wird in dieser Zeit der Grundstein für die Blüten gelegt. Und das hat bestens geklappt. Stadtgärtner Ingolf Kirschstein konnte im vergangenen Sommer, der einige heiße Tage zu bieten hatte, auf ein Wasserreservoire direkt hinterm Gewächshaus zurückgreifen. Das erleichterte ihm die Pflege. Die Pflanzen haben gut Knospen angesetzt. Eine Kamelie zeigt ihre weißen Blüten schon seit Dezember. Doch das ist nicht die Regel, wie Kirschstein erklärt.

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

Bei dem Exemplar handele es sich um eine frühe, bei Sonneneinstrahlung sogar leicht nach Jasmin duftende Sorte. Auch eine zweite Kamelie steht schon gut in der Blüte. Sie überrascht mit weiß-roséfarbenen und zugleich komplett rosafarbenen Blüten, was mit der Vermehrung und Züchtung neuer Sorten zusammenhängt. Ansonsten haben alle anderen Kamelien im Wolfstal erst angefangen zu blühen. Beim größten Exemplar, der mehr als 200 Jahre alten Alba Plena, lohnt sich ein Blick in höhere Gefilde. Dort sind schon viel mehr Blüten zu sehen als auf Augenhöhe. Und Hunderte Knospen verraten, dass sich ein zweiter Besuch in vielleicht einem Monat noch einmal lohnt. Dann werden jene, die den kurzen Fußmarsch ins Wolfstal auf sich genommen haben, mit einer gewiss großen Blütenpracht belohnt werden.

Für Februar haben sich schon mehrere Busreisegruppen angekündigt, erzählt Martina Thiele. Sie ist die Chefin der Roßweiner Heimatfreunde. Diese wiederum betreuen die Kamelie vor und in der Saison. Die in diesem Jahr ist wegen der spät eingesetzten Blüte ein paar Tage später gestartet und soll Martina Thiele zufolge bis zum Ostersonntag dauern. Bis dahin erwarten abwechselnd sechs Heimatfreunde Pflanzenliebhaber und insbesondere Fans der Kamelie.

Besuch ist kostenlos, Spende erwünscht

Wer sich an der Blütenform und -vielfalt nicht satt sehen kann, für diejenigen hat Ingolf Kirschstein einige Jungpflanzen in verschiedenen Sorten gezogen. Denn mit ein bisschen Fingerspitzengefühl fühlen sich die sogenannten Teerosen des Ostens auch in kühleren Räumen in der Wohnung wohl. Ähnliche Bedingungen wie im Gewächshaus sollten sie allerdings schon vorfinden. „Je kühler sie stehen, desto länger blühen sie“, sagt der Fachmann Kirschstein. Bis null Grad könnten die Kamelien gut aushalten. Beim Gießen empfiehlt er Zurückhaltung. Im Sommer könnten die Kamelien gut ins Freie an einen schattigen Platz gestellt werden. Von April bis Juni brauche die Pflanze Dünger, um die Knospen zu bilden, im Juli und August viel Wasser. Zurzeit sei trotz der Blüte eher mäßiges Gießen angesagt. Das Freiland-Überwintern in hiesigen Gefilden hält Ingolf Kirschstein für ein Risiko. Glück, dass die Pflanze nicht zurückfriert, habe meist nur, wer sie dick mit Laub und Reisig einpackt.

Viele Tipps zur Pflege von Kamelien liefern die Heimatfreunde auch in Form von Literatur. Außerdem haben sie ihr dahingehendes Angebot um lustige Gartenbücher ergänzt. Wie immer halten sie auch Info-Broschüren, Wanderkarten, Kamelien-Postkarten, -schnäpschen und -tee zum Verkauf bereit. Nach wie vor kostenlos ist der Besuch der Kamelien. Gleichwohl sind die Vereinsmitglieder dankbar über jeden Euro, der in die Spendenbox wandert.