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Kamenz bietet Alternativschule Räume an

Eigentlich will der Verein ins Schloss Brauna einziehen. Die Stadt ist dagegen und macht einen Alternativvorschlag. Doch der trifft nicht auf Gegenliebe.

Die Stadt Kamenz bietet der Freien Alternativschule Räume im Gebäude der Volkshochschule an der Macherstraße an. Der Verein hält sie für ungeeignet.
Die Stadt Kamenz bietet der Freien Alternativschule Räume im Gebäude der Volkshochschule an der Macherstraße an. Der Verein hält sie für ungeeignet. © René Plaul

Kamenz. Die Freie Alternativschule (FAS) will in Kamenz zum neuen Schuljahr in den Räumen des alten Braunaer Schlosses starten. Doch um den Standort gibt es Streit. Laut Stadtverwaltung sprechen viele Fakten gegen ihn. Und so ist mittlerweile der Schulstart im September gefährdet. Der Verein bat zuletzt dringlich darum, eine vorübergehende Nutzung des Schlosses zu gestatten, um langfristig andere Möglichkeiten ausloten zu können.  

Nun prescht die Stadt mit einem Vorschlag vor: "Wir waren immer gesprächsbereit", heißt es ausdrücklich aus der Verwaltung. "Zwischenzeitlich wurden sowohl mit der Elterninitiative, die sich für dieses Schulprojekt einsetzt, als auch mit dem Vorstand der FAS Kamenz Gesprächstermine vereinbart."

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In der Volkshochschule wäre noch Platz

Mit Unterstützung des Landkreises wurde auf die Schnelle ein Lösungsvorschlag erarbeitet. Im Bildungszentrum an der Macherstraße, konkret im Gebäude der Kreisvolkshochschule (VHS), bestehe die Möglichkeit, dass die FAS im neuen Schuljahr starten könne. "Das Objekt bietet alle Möglichkeiten, es ist in einem guten Zustand und ohne Weiteres für Schul- und Lernzwecke nutzbar. Selbst die angrenzende Sportinfrastruktur bietet guten Raum, um auch in dieser Hinsicht das verfolgte Schulkonzept umzusetzen", so Stadt-Pressesprecher Thomas Käppler. Mit dieser Lösung würden sich die Bedürfnisse der Stadt- beziehungsweise Dorfentwicklung in Brauna und die Interessen des Freien Alternativschule unter einen Hut bringen lassen.

Dem Vorstand wurden Kontaktdaten des zuständigen Amtes im Landratsamt Bautzen sowie Unterlagen, Grundrisspläne und Fotos zum Objekt zur Verfügung gestellt. Am vergangenen Freitag war man bereits mit dem Vorstand und zwei Elternvertretern vor Ort. Das umfangreiche Ergebnis kann man auf der Facebookseite der Schule nachlesen.

Unter anderem heißt es : "Unser pädagogisches Konzept und das besondere pädagogische Interesse stellt über die Mindestanforderungen hinaus besondere Anforderungen an die räumlichen Voraussetzungen. Die Erfüllung dieser Voraussetzungen ist unabdingbar für den Erhalt der Genehmigung für die Schule und wird vom Landesamt für Schule und Bildung verlangt." Dazu zähle unter anderem der jederzeit mögliche freie Zugang zu einem großen naturnahen Außengelände und der schnelle Zugang zu Natur, Wald und Feld. Das Außengelände der Volkshochschule, welches dem Verein als nutzbar präsentiert wurde, "entspricht weder der gesetzlichen Mindestgröße für Freispielflächen noch den Anforderungen" des Konzepts.

Das Konzept der Freien Alternativschule Kamenz erfordere zudem eine kleinteiligere Raumstruktur mit verschiedenen Funktionsräumen. Das bisherige Raumkonzept sieht dafür eine Fläche von 365 Quadratmetern verteilt auf insgesamt 13 Räume vor. Entsprechende Gegebenheiten fänden sich im Objekt der Volkshochschule nicht.

Bis Freitag muss eine Entscheidung her

Aufgrund der Berichterstattung in den Medien, in der das Kamenzer Bildungszentrum als Ort für eine Freie Schule erwähnt wurde, hätten inzwischen aber sogar andere Vertreter Freier Schulen bei der Stadt angefragt, berichtet die Verwaltung. "Dies zeigt, dass der Standort vielleicht doch ein sehr guter Ansatz ist. Und damit wird deutlich, dass das Mittelzentrum Kamenz für solche Träger interessant ist und sie mit ihren alternativen Angeboten die vorhandene Bildungslandschaft gewinnbringend ergänzen können", heißt es aus dem Rathaus.

Die Freie Alternativschule hält dagegen: "Im Ergebnis der Prüfung müssen wir mit Bedauern feststellen, dass die Gegebenheiten weder die gesetzliche Mindestanforderungen an Grundschul- und Hortgebäude, noch die besonderen Anforderungen unseres pädagogischen Konzepts erfüllen und dieses Objekt daher leider keine Alternative zu unserem geplanten Objekt in Brauna darstellt", so Frank Jank von der FAS.  Man hatte aufgrund der Umstände beim Landesamt für Schule und Bildung eine letzte Fristverlängerung bis zum Freitag dieser Woche aushandeln können, weil die Baugenehmigung der letzte offene Punkt im Verfahren ist. Am 14. Juli findet ein gemeinsames Treffen aller Beteiligten zum Thema statt.

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