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Kamenz: Erneut Ärger mit den Pollern am Markt

Die teure Absperr-Technik wird immer wieder von Kraftfahrern demoliert. Die Stadt sucht nach Lösungen.

Erneut sind die versenkbaren Poller am Kamenzer Markt neben dem Winzereck außer Betrieb, weil ein Autofahrer dagegen gefahren ist. Die Stadt sucht nach einer Lösung, wie den wiederholten Crashs beizukommen ist.
Erneut sind die versenkbaren Poller am Kamenzer Markt neben dem Winzereck außer Betrieb, weil ein Autofahrer dagegen gefahren ist. Die Stadt sucht nach einer Lösung, wie den wiederholten Crashs beizukommen ist. © SZ/Reiner Hanke

Kamenz. Regelmäßig jede Woche zum Markttag kommt normalerweise ihr großer Moment: Dann schieben sich zwei dicke Knubbel aus der Straßendecke am Winzereck auf dem Kamenzer Markt. Die absenkbaren Poller sperren die Straße ab, um das Areal für Marktbesucher und Händler vom Autoverkehr freizuhalten. Das tun auch drei rot-weiße Verkehrsleitkegel, wie momentan zu beobachten.

Aber so war das nicht gedacht bei der Neugestaltung des Marktes. Mit der hielt vor ein paar Jahren die moderne Poller-Technik Einzug: zwei solche Zylinder am Rathaus und zwei am Winzereck für insgesamt 26.000 Euro. Ob die so gut investiert waren, da ist sich inzwischen vielleicht auch mancher im Rathaus nicht mehr so sicher. Denn inzwischen wurde die teure Technik mehrfach an- und umgefahren, zweimal auch am Rathaus.

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Verursacher unerkannt entkommen

2018 konnten die Pfosten am Winzereck für einige Zeit nicht mehr abgesenkt werden, einer war so demoliert, dass er sich verklemmt hatte. Zuletzt krachte es beim Forstfest im vorigen Jahr. Mit reflektierender Folie, so der Plan damals, sollten die Zylinder noch besser kenntlich gemacht werden. "Natürlich bedarf es so oder so konzentrierter Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer, damit diese die ausfahrbaren Poller nicht beschädigen", ließ Stadtsprecher Thomas Käppler damals wissen.

Nun mangelte es wohl erneut einem Kraftfahrer an der angemahnten Aufmerksamkeit,  denn wieder hat es einen der Zylinder erwischt. Zum Ärger der Stadt ist der Täter unerkannt verschwunden und hielt es auch nicht für nötig, sich im Rathaus zu melden. Das nennt man Unfallflucht. Immerhin dreimal konnte die Stadt bisher die Verursacher feststellen und für die Reparatur zur Kasse bitten.

Die versenkbaren Poller ersetzen seit Ende 2017 frühere Lösungen. Da wurde der Markt zu bestimmten Anlässen mit Gittern und Schildern abgesperrt. „Gerade schön anzusehen waren sie nicht. Hinzu kam, dass der Aufbau dieser Absperrgitter und Schilder sehr mühselig war", so Thomas Käppler. 

Die versenkbaren Poller fügen sich besser ins Stadtbild ein. Außerdem würden so die Vollzugsbediensteten entlastet. Die müssen derzeit aber doch wieder regelmäßig ausrücken. Auch der Sinn der Investition wurde in der Vergangenheit bereits erörtert, da die Poller die meiste Zeit in der Erde verbringen. Sie werden nur an Markttagen ausgefahren und bei Bedarf auch bei anderen Veranstaltungen auf dem Marktplatz, heißt es aus dem Rathaus.

Rathaus sucht nach Lösungen

Vorerst aber nicht mehr. So wurde bisher auch noch keine Entscheidung über eine Ersatzbeschaffung für die demolierte Technik getroffen. Dezernentin Dr. Antje Koch erklärt: „Zunächst soll geprüft werden, warum wiederholt Poller an-/umgefahren werden und welche Alternativlösungen es gibt.“ Die Einmündung um das Winzereck sei verkehrstechnisch etwas schwierig: „Hier gibt es viele Dinge, die einen Verkehrsteilnehmer ablenken. Das Richtungsverkehrsschild wird dann übersehen.“ Zudem seien die Poller eben nur ausgefahren, wenn zum Beispiel wegen des Wochenmarktes die Einfahrt nicht möglich ist.

Untersucht werde jetzt, ob ein anderes Fabrikat sinnvoll sein könnte, das einen Aufprall besser verkraftet. Auch eine orangefarbene Lackierung ist im Gespräch, damit die Poller ins Auge fallen. Bis auf Weiteres bleibt es also erst einmal bei Leitkegeln. Da ist der Schaden für beide Seiten beim Zusammenstoß auch deutlich geringer.

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