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Kamenz setzt weiter auf die Stadterneuerung

Ein Abend im Röhrmeisterhaus zeigte: Die Stadt hat viele Planungen fast fertig. Aber alles hängt am Geld.

Von Kerstin Unterstein

Für die mehr als 30 Besucher der Veranstaltung „Kamenz, wohin gehst du“ mit dem Schwerpunktthema der Stadterneuerung war der Abend im Röhrmeisterhaus mit Sicherheit sehr erkenntnisreich. Zu Beginn informierte Nico Neumann von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, dem Sanierungsträger, sehr anschaulich über 20 Jahre Stadtsanierung und zeigte Perspektiven für die Zukunft auf. Dabei wurde schnell klar: Kamenz ist gut vorbereitet und hat (fast) fertige Planungen in der Schublade, um Geld aus möglichst vielen Fördertöpfen zu bekommen. So wurden neue Fördergebiete wie Am Stift, das Gründerzeitquartier und der Bereich Markt/Bautzener Straße kreiert. Was Neumann aber auch betonte, überraschte niemanden wirklich: Zum Bereich der Stadterneuerung gehört auch der Stadtteil Kamenz-Ost. Der Altersdurchschnitt dort sei relativ hoch. Die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWG) wird gerade in diesem Stadtteil als aktive Mitspielerin gebraucht. Die SWG kann auch in der Zukunft erfolgreich agieren, wenn in stärkerem Maße altersgerechte Angebote unterbreitet werden. Aber auch für junge Leute kann das Wohnen mit einem guten Standard reizvoll sein.

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Dem Referat folgte eine Gesprächsrunde. Den Beginn machte dabei Oberbürgermeister Roland Dantz mit einem Plädoyer für die Stärkung der Mittelzentren. Zudem bekräftigte er seinen Standpunkt, dass man sich nicht diskussionslos den Zahlen der Bevölkerungsentwicklung beugen darf: „Demografie ist kein Gotteswerk. Meiner Meinung nach kann man Lebensprozesse nicht allein mathematisch abbilden.“ Mit vielen Zahlen rund um die Belastungen der Kommunen, nicht nur durch die Kreisumlage, sorgte er für Kopfschütteln bei den meisten Zuhörern. Dantz verriet am Ende, dass die Stadt an einer großen Image-Kampagne arbeitet – auch, um neue (alte) Kamenzer anzulocken.

Außerdem wurde über den derzeit sehr unsicheren Schulweg zur Grundschule Am Gickelsberg gesprochen. Monika-Ulrike Pfennig fragte, warum die zum Schutz der Kinder aufgestellten Warnbaken an der Pulsnitzer Straße verschwunden sind. Dezernentin Elvira Schirack klärte auf: „Ja, es wird an der Pulsnitzer Straße wegen Bauarbeiten für die Querung aus dem Herrental, die nur mit einer Ampelregelung für die Kraftfahrer realisiert werden können, jetzt noch schwieriger. Für diese Zeit haben die Baken leider keinen Platz.“ Sie berichtete auch, dass nach einem Ortstermin mit Polizei und Straßenbaulastträger immer wieder nach Möglichkeiten gesucht wird, um den Schulweg sicherer zu machen. Es habe auch Kontakt zum Landratsamt gegeben. Das Amt hätte zugesagt, an der Pulsnitzer Straße wieder verstärkt zu blitzen.

Auch über Baumaßnahmen an der Grünen und der Wallstraße wurde gesprochen. „Diese sind geplant“, so Dantz. Ebenso wie Veränderungen auf anderen Straßen in der Innenstadt, aber da müsse man besonders genau abwägen. „Wir denken noch über den Bereich der oberen Bautzener Straße nach, aber werden es wohl in den nächsten Jahren nicht angehen, denn Bauarbeiten hätten eine Vollsperrung zur Folge. Doch gerade dort haben die Händler schwer zu kämpfen. Es gibt noch viel schlechtere Straßen in der Stadt“, so der OB.

Als Fazit des Abends: Es gibt viele Ideen für die weitere Umgestaltung der Stadt, aber alles steht und fällt mit den vorhandenen Finanzen.