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Kamenz: So schön ist das neue Kinderhaus

Nach sechs Jahren Planungs- und Bauzeit ist der erste Kita-Neubau der Stadt nach der Wende fertig. Das bietet er.

Der Kita-Neubau im Kamenzer Ortsteil Wiesa ist fertig. Er bietet Platz für 170 Kinder - und auch einen Außenbereich mit vielen Spielgeräten.
Der Kita-Neubau im Kamenzer Ortsteil Wiesa ist fertig. Er bietet Platz für 170 Kinder - und auch einen Außenbereich mit vielen Spielgeräten. © Matthias Schumann

Kamenz-Wiesa.  Das Strahlen hielt am Donnerstagvormittag an - während der vielen Reden, während Luftballons gen Himmel stiegen, während des Rundganges durchs Haus. Beim ersten Versuch, das Klettergerüst zu stürmen. Und als es Nudeln mit Tomatensauce und Würstchen in der Mensa gab. Die Kinder des nagelneuen Kinderhauses im Kamenzer Ortsteil Wiesa hatten allen Grund, sich zu freuen. Und mit ihnen die zahlreichen Gäste, die zur feierlichen Eröffnung  gekommen waren.

"So ein tolles Haus, das wäre gleich ein Grund, in die Nähe zu ziehen", sagte eine Besucherin von außerhalb. Staunend bewegte sich die neugierige Karawane durch den  zweigeschossigen Neubau im Stadtteil Wiesa. Früher befand sich an dieser Stelle der Dreiseithof von Familie Mietke. Künftig können sich auf einer Grundstücksfläche von über 5.000 Quadratmetern Kinder vom Krippen- bis zum Hortalter austoben. Insgesamt 100 Mädchen und Jungen werden ab dem kommenden Montag  den Hort besuchen, 46 den Kindergarten und 24 den Krippenbereich. Letzteren gab es im Vorgängerhaus gar nicht. Alles auf Neustart also.

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Über 30 regionale Firmen wirkten am Neubau mit

Über 30 Firmen wirkten am Riesen-Bauprojekt der Stadt Kamenz mit. "Man sieht daran, dass wir den Auftrag nicht an ein Generalunternehmen übergeben haben, sondern die einheimische Wirtschaft bewusst stärken wollten", so Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos). "Das gemeinsame zähe Ringen um gute Lösungen für alle hat sich letztendlich ausgezahlt." 4,2 Millionen Euro flossen fast punktgenau in den Neubau, davon sind zwei Millionen Euro Fördermittel. Der Eigenanteil der Stadt war also enorm. "Das muss man erst einmal stemmen", so Dantz.

Immerhin hat es am Ende auch fast sechs Jahre von der ersten Planung bis zur Einweihung gedauert. Gelohnt hat sich das lange Warten aber, sind sich alle einig.  Viel Politprominenz  und zahlreiche Pressevertreter waren zur Schlüsselübergabe angereist. Doch im Mittelpunkt standen die Kinder, welche ihr Haus sogleich eroberten.

Marita Lehmann, die ehemalige Leiterin des Wiesaer Hortes und Kinderschutzbund-Chefin  brachte einen großen Strauß Sonnenblumen als Sinnbild mit.  "Unser Kinder sind wie Blumen. Lassen wir sie gedeihen und wachsen. Und beschneiden wir sie nicht. Wie schnell kann ein Stängel knicken, und dann geht die Blume ein", sagte sie.

Zwei Geschosse voller Überraschungen

Im neuen Kinderhaus "Am Heidelberg" eröffnen sich nun Möglichkeiten, die in der Region ihresgleichen suchen. Nicht nur modernste energetische Aspekte wurden beim Bau umgesetzt, sondern auch pädagogische Vielfalt wird hier großgeschrieben. Die Grenzen zwischen Hort- und Kindergartenbereich im Obergeschoss sind fließend.  Nur farbliche Unterschiede gibt es zur Orientierung. Die Altersgruppen können sich an den Nachmittagen im Freizeitbereich mischen. Das  hat familiären Charakter. Dennoch warten auch zahlreiche Rückzugsorte auf die Kinder. Vom Entspannungsraum bis zur eigenen Bibliothek mit bequemen Lese-Sofas ist alles vorhanden. 

Neben drei großzügigen Gruppenräumen für den Kindergarten gibt es im Obergeschoss auch kreative Angebote für alle. Sogar ein Theaterraum mit kleiner Bühne und Kostümen lockt. Im Bauraum können Buden gebaut werden. Ein großer Bewegungsraum ähnelt fast einer kleinen Turnhalle mit allerlei Geräten und vielen Möglichkeiten, Seile, Tücher und Schaukeln aufzuhängen. Kleine  Forscher finden im Experimentierraum massenhaft Anregungen. Nebenan lädt eine gut ausgestattete Werkstatt ein. In der Kinderküche kann gemeinsam gegessen und sicher auch mal ein Kuchen gebacken werden.

Krippe im Erdgeschoss mit extra Außenfläche

Im Erdgeschoss werden die jüngsten Kinderhausbesucher willkommen geheißen. So haben es die Eltern einfacher mit der morgendlichen Abgabe, müssen mit den Kleinen keine Treppen bewältigen. Drei  ausgeklügelte und bestens ausgestattete Gruppenräume erleichtern die Arbeit der Erzieherinnen. "Es  gab über all die Jahre eine prima Zusammenarbeit bei der Planung und Ausführung. Selbst kleinste Wünsche und Hinweise unsererseits flossen mit ein", freute sich die Kinderhaus-Leiterin Annegret Kühnemann. 

Zu den Gruppenräumen gesellt sich ein extra Schlafraum, in dem man in Ruhe  träumen kann. Gleich hinterm Haus wartet obendrein ein kleinerer Außen-Spielbereich für die Kleinsten mit extra Krippen-Zugang.

Hortkinder bekommen Hausaufgabenzimmer

Auch die Hausaufgabenräume für die Hortkinder sind zusätzlich im Untergeschoss untergebracht. Wenn die Schülerinnen und Schüler nach dem Unterricht in der nahen Grundschule hier ankommen, gibt es  ein gemeinsames Mittagessen im Mehrzweckraum. Das Essen wird in der Kamenzer Bildungsgesellschaft gekocht und vor Ort ausgegeben. Nach den Hausaufgaben dürfen die Kindern in den Freizeitbereich nach oben. Eine extra Hort-Garderobe sorgt für gute Logistik. 

Doch was wäre das schönste Kinderhaus ohne Freiraum.  Bis zur Eröffnung war es den Landschaftsgestaltern gelungen, viel Grün zu schaffen. Auch eine kurzfristig gewünschte Rollerstrecke konnte noch umgesetzt werden. Tolle Spiel- und Klettergeräte warten auf ihre Nutzer. Echte Hingucker aber sind ein uralter Apfelbaum in der Mitte und das frisch restaurierte Taubenhaus des ehemaligen Dreiseithofes,  welches für die  Verbindung von Historie und Moderne steht.  

In der neuen Kita gibt es vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten; zum Beispiel können die Kinder auch Buden bauen. 
In der neuen Kita gibt es vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten; zum Beispiel können die Kinder auch Buden bauen.  © Matthias Schumann
Im Bastelzimmer steht ein große Werkbank.
Im Bastelzimmer steht ein große Werkbank. © Matthias Schumann
Kräftige Farben sorgen für eine fröhliche Atmosphäre.
Kräftige Farben sorgen für eine fröhliche Atmosphäre. © Matthias Schumann
Im Theaterraum gibt es eine kleine Bühne und einige Kostüme zur Auswahl. 
Im Theaterraum gibt es eine kleine Bühne und einige Kostüme zur Auswahl.  © Matthias Schumann
Zur Kita-Eröffnung am Donnerstag stiegen Luftballons in den Himmel.
Zur Kita-Eröffnung am Donnerstag stiegen Luftballons in den Himmel. © Matthias Schumann

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