merken
PLUS Kamenz

Landesgartenschau: Kamenzer spicken in Frankenberg

Noch ist nicht klar, ob sich die Stadt um  das Ereignis bewerben wird. Deshalb holte man sich jetzt erstmal nützliche Tipps.

Die Kamenzer Exkursionsteilnehmer waren von der Blütenpracht an vielen Orten in Frankenberg begeistert. Viele Anregungen habe man bekommen, so Horst Stoklas. „Das ist aber kein Hexenwerk, das wir nicht auch in Kamenz bewältigen könnten.“
Die Kamenzer Exkursionsteilnehmer waren von der Blütenpracht an vielen Orten in Frankenberg begeistert. Viele Anregungen habe man bekommen, so Horst Stoklas. „Das ist aber kein Hexenwerk, das wir nicht auch in Kamenz bewältigen könnten.“ © privat

Kamenz. Eine Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift. Ganz frei nach dieser Marxschen These organisierte jetzt die Kamenzer Stadtwerkstatt eine Exkursion zur aktuellen Landesgartenschau in Frankenberg bei Chemnitz. Der Bus war gut gefüllt, die Stimmung bei bestem Sommerwetter prächtig, wie man hört.

Seit einigen Monaten wird in Kamenz eine mögliche Bewerbung für die Ausrichtung der Landesgartenschau im Jubiläumsjahr 2025 debattiert. Die Idee kommt aus dem Verein Stadtwerkstatt Bürgerwiese, der ja die Landschaftsgestaltung quasi im Namen trägt. In sechs Jahren feiert die Lessingstadt das 800. Jahr ihrer Ersterwähnung. Auch zu diesem Anlass werden Festideen abgewogen, aber für die Initiatoren um Horst Stoklas oder Anne Hasselbach steht fest: Die Gartenschau würde sehr gut zum Jubiläum passen, weil sie nachhaltigere Wirkungen für die Stadt verspricht. Auch unter diesem Blickwinkel wurde der Bus nach Frankenberg organisiert und auf die Reise ins Erzgebirgsvorland geschickt. Neugewählte Stadträte verschiedener Fraktionen hatten mit Platz genommen, was die Tour-Bedeutung unterstreicht. Die Reiseleitung hatte Horst Stoklas selbst übernommen, was Faktenkenntnis verlangt. Zum Beispiel auch zur Vergleichbarkeit: Kamenz hat jetzt 17 000 Einwohner, Frankenberg 15 000 Einwohner, allerdings verteilen sich die Kamenzer nach der jüngsten Gemeindefusion auf mehr als doppelt so viel Fläche. „Frankenberg hatte sich 2014 erfolgreich für die Laga beworben und konnte insgesamt 25,5 Millionen Euro an Investitionen generieren“, so Horst Stoklas. Und dies wohlbemerkt vor allem mit einem Eigenanteil, der im Wesentlichen aus drei Millionen Euro Freistaat-Fördermitteln resultierte. Ein Argument, das auch bei einer möglichen Bewerbung der Lessingstadt im kommenden Jahr eine Rolle spielen könnte, wie es ausdrücklich heißt.

Anzeige
Wandern mit Kindern: Das muss mit
Wandern mit Kindern: Das muss mit

Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Innenstadt gut in die Schau eingebunden

Die Laga in Frankenberg erstrecke sich – in etwa dreigeteilt – auf elf Hektar. Im Grunde über mehrere Stadtteile, wobei die Innenstadt sehr gut eingebunden ist. „Das müsste uns auch in Kamenz gelingen“, so City-Managerin Anne Hasselbach. Vor allem die Blütenpracht in der Stadt begeisterte die Kamenzer Expeditionsteilnehmer, wie man hört. 500 Bäume wurden gepflanzt und 15 000 Sträucher. Auf insgesamt 400 Quadratmetern kam Heide in den Boden, die ja auch mit Blick auf die Forstfest-Umzüge große Bedeutung in Kamenz hat. Kernstück der Frankenberger Schau ist eine Halle, die zum Industriemuseum wird, das an die Barkas-Herstellung in der Stadt und in der Region erinnern wird. Horst Stoklas: „Ein solches Laga-Projekt muss mindestens zehn Jahre vorgehalten werden. So etwas müsste es auch in Kamenz geben.“ Beeindruckend sei in Frankenberg auch gewesen, wie es gelungen ist, dringende Hochwasserschutz-Investition an Zschopau und im Mühlbachtal einzubinden. Das Rad- und Gehwegnetz war sehr gut ausgebaut, auch an Spielflächen für Kinder fehle es nicht. Eher an Abschattungen, die in der Hochsommerzeit wichtig seien. Und Anne Hasselbach mit ihrem ausgeprägten Sinn für gut gestaltete Räume sah manches, „was man durchaus in Kamenz noch besser machen könnte“. Derzeit prüft die Stadt die generelle Machbarkeit einer Bewerbung. Dazu soll es am 18. September um 19 Uhr sogar eine Sondersitzung des Stadtrates geben.

Weiterführende Artikel

Landesgartenschau in Kamenz vom Tisch?

Landesgartenschau in Kamenz vom Tisch?

Aus Sicht der Stadt haben andere Projekte Vorrang. Und auch für die fehlt es an Geld. Wie es weitergeht, ist offen.

Die Veranstalter der Tour, die am 15. September eine Neuauflage erfahren soll, erhielten viel Lob für die Organisation. Besonders herzlich fiel es für den Reiseleiter selbst aus, aber auch Busfahrer Niels Klinger von Reise-Wünsche habe es ausdrücklich verdient. Und natürlich auch Carola Büttner von John-Optik, die auch für den 15. 9. den Kartenvorverkauf übernahm.

Mehr zum Thema Kamenz