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Kamenz

Was die neue Kamenzer Bratwurst besonders macht

Beim Einkaufssonntag mit Trödelmeile und beim Tag des offenen Denkmals gab es in der Lessingstadt viel zu erleben - und auch einiges zu kosten.

Frank Rost, Inhaber der Fleischerei Kretzschmar, präsentierte die von Gastronom Manuel Terne entwickelte neue Bratwurst.
Frank Rost, Inhaber der Fleischerei Kretzschmar, präsentierte die von Gastronom Manuel Terne entwickelte neue Bratwurst. © René Plaul

Kamenz. Also, eigentlich war Regen versprochen gewesen. Aber, solange Roland Dantz im Rathaus das Sagen hat (also noch weitere sechs Jahre), werden alle öffentlichen Veranstaltungen in der Lessingstadt unter freiem Himmel bei Sonne und (moderater) Wärme abgehalten. Basta! So wie der Einkaufssonntag am Tag des offenen Denkmals. Tausende waren bei besten äußeren Bedingungen in der Innenstadt, die sich ausnahmsweise wieder bis auf die Nordstraße oder auch an den Bönischkreisel erstreckte, wo der Verein Kamenz Can Dance sein neues Tanzhaus rockte. Später zog man von dort flashmob-mäßig in der Mannschaftsstärke zweier Hundertschaften noch bis auf den Markt, wo man sich bei den vielen Unterstützern aus der Stadt und ihrem Umfeld bedankte.

Hier gab es übrigens eine viel beachtete Premiere für Gaumenfreuden-Freunde. Manuel Terne knüpft nämlich an eine uralte Kamenzer Tradition an – die des Würschtelmachens. Der Gastronom hat nämlich eine eigene Bratwurst kreiert. Genau 160 Jahre nach der Erfindung der Kamenzer „Gnagg-Wärschdl“ will der 33-Jährige selbst als Marken-Macher für Furore sorgen. Gemeinsam mit Frank Rost hat er die Rezeptur entwickelt. „Die Patentanmeldung läuft“, bestätigte er der SZ auf Nachfrage.

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Der 40-jährige Frank Rost, der vor zwei Jahren die berühmte Fleischerei Kretzschmar auf der Nordstraße übernahm und jetzt gewissermaßen als Lizenznehmer fungiert, glaubt jedenfalls ganz fest an die neue Kreation. „Etwas ganz Besonderes ist der geschmacksneutrale Eiweißdarm.“ Er eigene sich besser als der Naturdarm, weil er gleichmäßig dünn ist, was auch für volle Geschmacksentfaltung sorge. Die neue Wurst wurde am Sonntag natürlich stark nachgefragt – mit einem Feedback-Zettel. Manuel Terne: „Es war zunächst eine Probeverkostung, mehr noch nicht. Die offizielle Markeneinführung wollen wir zur Einkaufsnacht oder spätestens zum Adventsspektakulum hinbekommen“, hofft der junge Mann. Die Leute jedenfalls waren sehr zufrieden mit dem Geschmack der dünnen Bratwurst. „Gut abgestimmt und eher unaufdringlich“, hieß mehrfach. Und das ist bei Bratwürsten eigentlich mehr als die halbe Miete ...

Zum ersten Mal war Jürgen Rabitz zum Einkaufssonntag in der Innenstadt. Der Rentner aus dem Neubaugebiet war erst gerade von einer Urlaubsreise zurückgekommen und wollte eigentlich nur mal an die frische Luft in die Stadt. „Ich bin ganz überrascht, was hier los ist“, sagte der 80-Jährige. Er ging nicht mit leeren Händen nach Hause. Er hatte einige CD‘s abgestaubt. Und bei Familie Kutter aus dem Sorbenland war es Spielzeug für die beiden Jungs Benno und Jakob. Thomas Kutter: „Ich finde es gut, dass in der Stadt etwas los ist.“ Das ist auch für den OB das Kriterium der Wahrheit. „Es waren viele Leute in der Stadt. Vor allem die Trödelmeile kam wieder sehr gut an.“ Als Roland Dantz sein kurzes Fazit des Sonntags für die SZ zog, hatte er die neue Wurst übrigens noch nicht gekostet. Aber dazu dürfte noch Gelegenheit sein ...

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