merken
PLUS

Kaminbaude in der Heide wieder offen

Adriana Müller lädt ab diesem Wochenende in die Heidemühle ein. Hier hat die Wirtin noch viel vor.

Von Thomas Drendel

Manchmal passt einfach alles. Wie bei Adriana Müller. Sie suchte einen neuen Job, ihr Vermieter hatte genau das Richtige und dazu liegt ihre neue Arbeitsstelle genau vor ihrer Haustür.

Anzeige
Wie leben Familien in Sachsen?
Wie leben Familien in Sachsen?

Die große Umfrage zur Familienzufriedenheit geht in eine neue Runde. Jede Antwort zählt!

Begonnen hat die Geschichte in der vergangenen Silvesternacht. Joachim Bürger, ihr Wohnungsvermieter und Besitzer der Kaminbaude in der Dresdner Heide und Adriana Müller kennen sich auch privat ganz gut und feierten deshalb gemeinsam ins neue Jahr. Das Gespräch kam auf die Kaminbaude. Sie war seit einigen Wochen geschlossen, nachdem die bisherigen Pächter überraschend aufgehört hatten. „Willst du denn die Gaststätte nicht übernehmen?“, so oder so ähnlich muss Joachim Bürger gefragt haben, und dieser Satz ließ die junge Dresdnerin nicht mehr los. Die studierte Produktdesignerin wollte sich ohnehin beruflich verändern. Und das Beste: Sie kannte die Kaminbaude bereits. „Ich habe hier während meines Studiums gekellnert, um mir ein paar Euro dazu zu verdienen“, sagt sie. Nach einigem Hin und Her und vielen Gesprächen mit Freunden stand schließlich fest: „Ich mache das.“ Ein Grund für die Zusage dürfte auch die Nähe zu ihrer Wohnung gewesen sein. Adriana Müller wohnt nur ein paar Schritte entfernt in der Heidemühle. „Wohnung und Arbeitsstelle liegen auf demselben Grundstück“, sagt die junge Frau. „Heidemühle Dresden“ so wird ihre Gaststätte offiziell heißen. „Geschrieben mit ,ei‘ nicht mit ,ai’, darauf lege ich Wert. So lautete die Bezeichnung nämlich schon von Anfang an.“ Seit gut einem Monat arbeitet sie gemeinsam mit Freunden und künftigen Mitarbeitern auf dem Gelände. Unter anderem wurden die recht kleinen Betontische im Biergarten abtransportiert. Jetzt stehen Biertischgarnituren an der Stelle. Die Gaststätte wurde neu in einem dunklen Braunton gestrichen. Auch ein Außentresen steht schon. „Etwas Ähnliches gab es bereits. Wir haben aber zusätzlich noch eine Zapfstelle installiert“, sagt die junge Frau. Jetzt wird hier ganz spezieller Gerstensaft in die Gläser fließen: „Heidemüllers Kellerbier“. „Das gibt es unter diesem Namen nur bei uns“, sagt Adriana Müller.

Mit dem Ausschank will sie sich nicht nur auf den Biergarten direkt vor der Kaminbaude beschränken. Auch die Fläche vor der Jägerbaude wurde freigeräumt. Sie liegt direkt gegenüber auf der anderen Seite des Weges. „Wenn es richtig voll wird, dann können die Gäste auch hier Platz nehmen. Es gibt ja historische Postkarten von der Zeit um 1900. Da sind wirklich beide Biergärten bis auf den letzten Platz besetzt.“ Bis das so weit ist, wird es noch etwas dauern. Erst soll sich wieder herumsprechen, dass die Gaststätte wieder offen ist. Deshalb wird die Heidemühle zunächst Freitag bis Sonntag geöffnet. „Von 10 bis 22 Uhr sind alle Gäste willkommen. Sollte sich zeigen, dass auch in der Woche der Andrang groß ist, dann reagieren wir natürlich entsprechend.“

Angeboten werden neben der klassischen Biergartenkost wie Bratwürste, Steaks oder einen Jägerteller mit hausschlachtener Wurst auch Kaffee und Kuchen. „Gestern wurde unsere neu bestellte Kaffeemaschine angeliefert. Da können wir alles vom Espresso bis zum Latte macchiato servieren.“ Der Kuchen wird in der Heidemühle selbst gebacken. Die jungen Gastronomen wollen sich jedoch nicht auf das Biergartengeschäft allein verlassen. Sonntags soll ein Brunch angeboten werden. „Das Buffet werden wir in der Jägerbaude aufbauen“, sagt Adriana Müller. Dort könnten auch Familienfeiern stattfinden. „Es ist genügend Platz für Geburtstage, Hochzeiten oder auch Firmenfeiern.“

Es gibt aber noch weitere Ideen, die im Kopf von Adriana Müller herumschwirren. „An lauschigen Sommerabenden können wir uns kleinere Konzerte vorstellen.“ Dazu gibt es schon eine kleinere Bühne im hinteren Teil der Heidemühle. Denkbar sind aber auch Lesungen. „Die Besucher könnten dann in Liegestühlen am schön gestalteten Teich gleich neben dem Biergarten sitzen und sich einen leckeren Cocktail schmecken lassen.“ Noch fehlt dem kleinen Teich allerdings das Wasser. Der füllt sich aber in den nächsten Tagen, verspricht die Wirtin.

Jetzt müssen aber erst mal die Kaffeemaschine angeschlossen, die Bierfässer in den Keller gerollt und die Bratwürste bereitgelegt werden. Denn an diesem Wochenende öffnet die Heidemühle nach mehreren Wochen Schließzeit erstmals wieder ihre Türen. Adriana Müller ist zuversichtlich, dass es voll wird. „Schon in den vergangenen Tagen fragten immer wieder Wanderer oder Radfahrer ob schon offen ist. wir mussten sie auf dieses Wochenende vertrösten.“