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Kamis Abenteuer sind jetzt sogar als Broschüre erhältlich

Grundschüler haben sich ausgedacht, was das Maskottchen erleben kann. Das grüne Männchen bleibt ein Sympathieträger – auch nach dem Tag der Sachsen.

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Von Constanze Knappe

wenn Kami im Forst spaziert, könnte er dort dem reitenden Kamenzer Oberbürgermeister begegnen. Entsprungen ist die Szene der Fantasie von Isabell Hommel, Schülerin der Grundschule am Gickelsberg in Kamenz. Und so wie Schauspieler Michael Linke dies jetzt in der Stadtbibliothek vortrug, ist es durchaus eine hübsche Vorstellung. Die Geschichte ist einer von 87 Texten, die sich Grundschüler der dritten und vierten Klassen aus Kamenz, Elstra, Räckelwitz und Königsbrück ausgedacht haben. Sie beteiligten sich damit an einem Schreibwettbewerb für Kinder im Vorfeld des Tages der Sachsen. Das war ein absolutes Novum in der Geschichte des Sachsentages, doch der Heimatstadt eines großen Dichters wahrlich angemessen.

Im Mai vorigen Jahres forderte die Stadtbibliothek Kamenz die Grundschüler auf, sich eine Abenteuergeschichte für das Maskottchen Kami auszudenken. Zwei Monate hatten die Kinder Zeit, einen Textanfang zu ergänzen. Wenn die Lessingstadt munter wird, dann hält es auch Kami nicht zu Hause. Er geht, so ist es in den Geschichten der Kinder zu lesen, auf dem Hutberg spazieren, bereitet sich auf seinen ersten Schultag vor, gerät in einen Banküberfall – und begegnet sogar Lessing am Großteich in Deutschbaselitz. In ihren Geschichten erzählen die Schüler aber auch, was man sich in Kamenz unbedingt anschauen sollte. „In den Augen der Kinder ist das mit Blüten geschmückte grüne Männchen ein mutiger, hilfsbereiter und sportlicher Sympathieträger“, erklärt Marion Kutter. Die Leiterin der Stadtbibliothek hatte zusammen mit der Kamenzer Autorin Birgit Richter, von der die Idee für den Wettbewerb stammte, und der Görlitzer Journalistin Anett Böttger die Sieger des Wettbewerbs auszuwählen. Gewiss keine leichte Entscheidung.

Erlös als Spende für Bücher

Am Ende wurden fünf Preisträger auf der großen Festbühne zum Tag der Sachsen ausgezeichnet. In dem extra für diesen Anlass improvisierten Theaterstück von Michael Linke spielten auch Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler und Roland Dantz mit. Der Oberbürgermeister ist „sehr gerührt“, dass er in mehreren Texten der Kinder vorkommt.

Unabhängig davon wäre es doch schade, wenn die Kami-Geschichten in Vergessenheit gerieten, erklärte er jetzt zur Vorstellung einer besonderen Kamenzer Neuerscheinung. Als Broschüre hat die Stadt die Abenteuer von Kami herausgebracht – gedruckt und als Faksimile in der Handschrift der Kinder. Das rot-weiße Heft mit 116 Seiten ist in einerAuflage von 200 Exemplaren erschienen. Zudem wurde Kami als Symbolfigur des Sachsentages nicht eingemottet, sondern zum Stadtmaskottchen befördert.

Roland Dantz wünscht sich, dass vielleicht schon bald eine Neuauflage der Broschüre nötig wird. Sie ist neben einem neuen Wir-Gefühl in der Stadt eins der Dinge, die den Kamenzern vom Sachsentag geblieben sind. „Jedes der beteiligten Kinder bekommt ein Heft zur Erinnerung“, kündigt Marion Kutter an. Die anderen Broschüren sind für eine Spende zu haben. Den Erlös wird die Bibliothek nutzen, um neue Kinderbücher anzuschaffen.