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Kampf gegen den Kiesabbau geht weiter

Wir werden nicht aufgeben und versuchen, kompetente Mitstreiter zu finden.

Von Carla Mattern

Über 600 Einwendungen zum geplanten Kiesabbau zwischen Weinhübel und Hagenwerder waren im Görlitzer Rathaus bis Mitte August 2009 eingegangen. Die Firma Heim Niederschlesische Kieswerke will hier in den nächsten 40 Jahren jährlich 150000Tonnen Kies fördern. Die 115 Hektar große Fläche liegt zwischen der Neiße im Osten und der B99 entlang dem Berzdorfer See.

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Vor allem die Mitglieder des Interessenvereins Wohnpark Hagenwerder hatten sich stark gemacht, damit nicht über die Köpfe der Einwohner hinweg entschieden wird. Gegen den Kiesabbau hatten sich unter anderem auch die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Stadt Görlitz, die Anliegergemeinden Schönau-Berzdorf und Markersdorf, der Planungsverband Berzdorfer See sowie Grüne und CDU ausgesprochen.

Doch die Dresdner Landesdirektion befürwortet den Neuaufschluss von Kiessandlagerstätten in Berzdorf-Ost. Sie hat zwar wesentliche Abstriche an dem geplanten Kiesabbau durch die Firma Heim gefordert. Doch das ist Elisabeth Barthel und ihren Mitstreitern aus dem Interessenverein längst nicht genug. „Die Einwände der unmittelbar betroffenen Anwohner wurden in keiner Weise berücksichtigt. Wir wollen hier keinen Kiesabbau, ob mit oder ohne Auflagen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Viele besorgte Anwohner haben sich bei ihr enttäuscht gemeldet. Seitdem die Information über das Raumordnungsverfahren des Dresdner Amtes bekannt geworden ist, hat sich Elisabeth Barthel intensiv mit dem Schriftstück befasst. Sie akzeptiert viele der Begründungen nicht. Beispielsweise die, in der es um den Schutz vor Hochwasser geht. Die Neißewiesen liegen im Hochwasserschutzgebiet. Zwei Abbaufelder werden dort genehmigt. Baugenehmigungen von Anwohnern würden jedoch mit dem Hinweis auf ein Hochwassereinzugsgebiet abgelehnt, sagt Elisabeth Barthel. Sie fragt auch, ob die Prüfer Hagenwerder überhaupt kennen. Sie geben an die Firma Heim den Hinweis, zu prüfen, ob der Transport des Kiessandes nicht per Schiene erfolgen kann. „Der Bahnhof von Hagenwerder ist überhaupt nicht auf die Abfertigung von Gütern ausgerichtet“, gibt die Vereinsvorsitzende zu bedenken. Die letzte Entscheidung ist aber noch nicht gesprochen. Sie liegt beim Oberbergamt Freiberg.

Für Elisabeth Barthel ist klar: Der Kampf gegen den Kiesabbau muss weitergehen. Noch in dieser Woche werden nächste Schritte festgelegt. In der Ortschaftsratssitzung am kommenden Dienstag wird das Thema eine Rolle spielen. Das hat Michael Baron, der Ortsvorsteher von Hagenwerder-Tauchritz schon angekündigt. Der Interessenverein will seine Schaufenster in den Räumen an der Ladenstraße nutzen, um die Einwohner zu informieren.

Nicht nur in Hagenwerder sieht man die Dresdner Entscheidung so kritisch. Sie sei ein falsches Signal, vor allem mit Blick auf die Entwicklung des Berzdorfer Sees, sagt Frank Großmann von der IHK. Auch OB Joachim Paulick fürchtet einen Imageschaden für die Stadt und den See. Er bedauert die Entscheidung, sieht aber als das „einzig Positive die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen“.Auf ein Wort