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Kampf gegen Käfer in der Gohrischheide

Ein Großteil des befallenen Holzes wurde schon zu Spanplatten oder Paletten verarbeitet. Aber das reicht noch nicht.

Trockenheit und Borkenkäfer setzen dem Wald in der Gohrischheide zu - wie hier nahe des Wülknitzer Ortsteils Heidehäuser.
Trockenheit und Borkenkäfer setzen dem Wald in der Gohrischheide zu - wie hier nahe des Wülknitzer Ortsteils Heidehäuser. © Lutz Weidler

Zeithain/Wülknitz. An der Staatsstraße von Heidehäuser nach Nieska sind die Reste der Sturmschäden noch besonders deutlich zu sehen: Kreuz und quer ragen die Stümpfe der umgeworfenen Bäume aus dem Boden. Doch ihr Holz ist bereits abgefahren und verkauft: Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat das Schadholz aus dem Naturschutz an Kronospan und einen Torgauer Holzhändler geliefert. Dort wurden etwa Paletten oder Bretter aus dem Kiefernholz.

Anfällig für die Stürme waren die Bäume der Gohrischheide vor allem wegen der langjährigen Trockenheit, die dem Borkenkäfer leichtes Spiel verschaffte. "Der Wald dort ist sehr stark geschädigt, weil das Wasser von unten und oben fehlt", sagt Revierförster Kaj Krumbiegel. "Das macht die Bäume weniger abwehrkräftig." Das bisschen Regen der vergangenen Tage habe da nichts dran geändert.

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Von den Wirtschaftsbaumarten Kiefer, Eiche, Buche, Linde und Hainbuche vertrage die Eiche die Trockenheit noch relativ am besten. "Aber auch hier fallen die Eicheln bereits ab und die Blätter werden trocken", sagt Krumbiegel.

So sah es in der Gohrischheide 2019 aus, nachdem dort 25 Hektar bei einem Waldbrand abgebrannt waren. Mittlerweile hat sich das Gebiet erholt. Förster Kaj Krumbiegel von Sachsenforst warnt vor Zigarettenkippen.
So sah es in der Gohrischheide 2019 aus, nachdem dort 25 Hektar bei einem Waldbrand abgebrannt waren. Mittlerweile hat sich das Gebiet erholt. Förster Kaj Krumbiegel von Sachsenforst warnt vor Zigarettenkippen. © Sebastian Schultz

Vor allem mit Rücksicht auf die privaten Waldbesitzer nebenan werde man im Herbst noch einen Einsatz mit dem Harvester machen - und befallene Bäume fällen und aus dem Wald holen. "Wir wollen verhindern, dass sich der Borkenkäfer weiter auf den Privatwald ausbreitet", sagt der Sachsenforst-Mann. Schwerpunkt sei der Bereich an der Staatsstraße Heidehäuser/Nieska - dort grenzen privat bewirtschaftete Forstflächen an das größte Waldgebiet im Norden des Landkreises an.

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Zwar gilt aktuell in der Region nur die Waldbrandgefahrenstufe 3 (von 5). Dennoch sei die Situation in der Heide durch die Wärme und Trockenheit gefährlich. "Die Bäume sind ausgetrocknet, die Gräser ausgedörrt - da ist jede glimmende Zigarettenkippe gefährlich." Erst vor anderthalb Wochen hatten mehrere Feuerwehren einen Waldbrand bei Heidehäuser löschen müssen.

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