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Kampf um Viertklässler

Die Oberschule will zum neuen Schuljahr zwei fünfte Klassen bilden. Und punktet nicht nur mit Schnupperunterricht.

© Thorsten Eckert

Von Carolin Menz

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Das wird eine knappe Kiste. Erst zwölf sind sicher. Noch zu wenig. Mindestens 40 Viertklässler müssen sich bis spätestens 6. März beim Leiter der Oberschule „Am Valtenberg“ Michael Hubrich anmelden. Nur dann können wieder zwei fünfte Klassen gebildet werden. Nur dann hätte Michael Hubrich sein großes Ziel erreicht. 2014 hatte es die eigentlich zweizügig geführte Schule mit nur 32 Anmeldungen verfehlt. „Im vergangenen Jahr sind wir dafür kritisiert worden, dass wir zu spät auf uns aufmerksam gemacht haben“, sagt er. Nun begann das große Werben bei Eltern und Schulkindern viel früher – mit einem Kennenlerntag schon im November, der sehr gut angenommen wurde. In dieser Woche nun schnuppern drei vierte Klassen aus den Grundschulen Neukirch und Steinigtwolmsdorf in den Chemie-, Physik-, Englisch und Musikunterricht der Oberschule. Mit dabei Lisa aus der Lessing-Grundschule. Sie kommt das erste Mal mit Physik, Optik und Experimentieren in Berührung und findet es klasse. Ab Sommer wird sie hier lernen. „Das steht schon fest. Meine Schwester ist ja schon da“, sagt sie.

60 Viertklässler und ihre Eltern erreichen Michael Hubrich und seine Kollegen an drei Schnuppertagen. Die Neukircher Lessing-Grundschule schickte zum Schnuppern nur die Kinder, die definitiv kein Gymnasium besuchen – 32 sind das insgesamt. Darunter auch die potenziellen Oberschüler aus Putzkau, die in Neukirch zur Schule gehen nachdem ihre Dr.-Alwin-Schade-Schule 2013 keine dritte Klassen bilden durfte. Die Steinigtwolmsdorfer vierte Klasse rückt mit 28 Mädchen und Jungen geschlossen zum Schnuppern an – inklusive künftiger Gymnasiasten.

Zahlenmäßig könnte es reichen. Oder? „Es wird knapp“, sagt Michael Hubrich. Er weiß schon von Kindern, die definitiv nicht kommen. Und die Konkurrenz der Schulen in Sohland und Wilthen sei enorm. „Natürlich sind uns unsere Defizite bewusst. Wir haben keine sanierte Schule, nur schrittweise geht es bei uns baulich voran. Es gibt viel Modernisierungsbedarf in unseren Räumen“, so der Schulleiter. Auch der Fakt, dass die Oberschule bei der Bildung der fünften Klassen immer wieder wackelt, verunsichere Eltern. Nur eine fünfte Klasse wirke sich auf die Wahl der zweiten Fremdsprache und die Vielfalt des Neigungsunterrichtes aus. Diese Aspekte seien nicht zu leugnen und für Eltern nicht zu vernachlässigen – doch sollten sie entscheidend sein für die Schulwahl? Michael Hubrich, erst seit 2013 Schulleiter hier, schüttelt energisch den Kopf. Seine Schule könne so vieles bieten, was auf den ersten Blick womöglich nicht zu sehen ist. „Gerade wurde uns nach einer externen Evaluation eine sehr gute pädagogische Arbeit bescheinigt.“ Zu verdanken sei das einem hochmotivierten Lehrerteam, dem sogar sieben Männer angehören. 2009 erst war die Oberschule mit vollkommen neuem Schulkonzept, vielen Anmeldungen und dem Engagement vieler im Dorf endgültig vor der Schließung gerettet wurden. Die Zahl der Lehrer war damals ausgedünnt.

„Doch wir haben wieder Kontinuität erreicht“, sagt Michael Hubrich. Heißt: Der damalige massive Stundenausfall ist abgebaut. Bis auf zwei Ausnahmen unterrichten die Lehrer fünf Tage die Woche an der Oberschule, müssen nicht pendeln. Das garantiere stabilen Unterricht, sichere Vertretungsstunden ab, schaffe Vertrauen. Zudem garantiert Michael Hubrich durchgängigen Unterricht bis Mittag, Berufsberater vor Ort, gute Vernetzung mit externen Partnern wie Jugendhaus und Naturschutzzentrum, vielfältige Ganztagsangebote, Förderunterricht, Bushaltestelle vor der Tür. Fakten, die für die Neukircher Schule sprechen – und doch überzeugen müssen.

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