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Kanalbau wird erheblich teurer als geplant

Neukirch. Kabel und alter Asphalt treiben die Kosten enorm in die Höhe. Mehr als 60 000 Euro muss die Gemeinde bereitstellen.

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Von Ingolf Reinsch

Der Bau von Abwasserkanälen in Neukirch wird teurer, als die Gemeinde zunächst angenommen hatte. Der Gemeinderat beschloss jetzt für drei Baustellen, zusätzlich Geld auszugeben. Allein für die Arbeiten am Bahnübergang an der Zittauer Straße sind reichlich 35 000 Euro mehr erforderlich.

Bei der Durchörterung der Bahnlinie wurden nach Gemeindeangaben alte Bahnkabel gefunden, die in den Unterlagen des Eisenbahnbundesamtes nicht enthalten seien. Die Folge: Start- und Zielgrube für den Kanalbau müssen weiter voneinander entfernt sein. Das bedeute: längere Leitungen, mehr Aushub, stärkere Schutzrohre und mehr Kontrollen der Gleise im Interesse der Sicherheit des Bahnverkehrs, zeigten Bauamt und Planer die Kettenreaktion auf. Bauamtsleiterin Helgart Petschel: „Wir haben eine Baugenehmigung des Eisenbahnbundesamtes.“ Die Gemeinde wolle versuchen, dass die Deutsche Bahn AG einen Teil der Mehrkosten übernimmt. „Ob uns das gelingt, kann ich nicht sagen.“ Bis November lässt die Gemeinde auf der Zittauer Straße auf reichlich 200 Meter Länge den Abwasserkanal sowie neue Trinkwasser-, Strom- und Gasleitungen verlegen. Bisher geplante Kosten allein für den Kanalbau: fast 532 000 Euro.

Einen weiteren Nachschlag von insgesamt 27 600 Euro gibt es für die Baustelle Dammweg/Alte Straße. Hier veranschlagte die Gemeinde Gesamtbaukosten von knapp 870 000 Euro. Ein Großteil des Mehraufwandes ergibt sich der Gemeinde zufolge aus „hochbelastetem Asphalt“, der als Sondermüll entsorgt werden müsse. Dagegen nehmen sich die 4 000 Euro für die Brückenunterquerung am Schossigstift, die nachträglich eingeplant wurden, fast bescheiden aus.

Der Gemeinderat stimmte den zusätzlichen Ausgaben zu. Angesichts vorangegangener Baugrunduntersuchungen nannte Eberhard Wolf (Freie Wähler) „Nachträge in solchen Größenordnungen nicht nachvollziehbar“.

Bürgermeister Gottfried Krause erklärte, dass die höheren Kosten keine Auswirkungen auf Abwasserbeiträge und -gebühren haben.