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Kantor beweist langen Atem

René Michael Röder plant auch 2015 musikalische Glanzstücke in der Region. Das Erste steht schon vor der Tür.

Von Marcus Herrmann

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Über zu wenig Arbeit kann sich Waldheims Kirchenkantor derzeit nicht beschweren. „Im Moment sind meine Nächte tatsächlich kurz, da ich viele Gespräche zu führen habe und den musikalischen Plan bis zum Ende des Jahres abstecken muss“, erzählt er. René Michael Röder feilt außerdem an einer CD mit internationaler Kirchenmusik, die er noch in diesem Jahr beenden möchte. Unabhängig davon arbeitet er eng mit dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik zusammen. Ohne Fördergelder dieser Institutionen, wäre jedes musikalische Vorhaben in Waldheim und Umgebung hinfällig, weiß Röder.

Weil die Förderer natürlich langfristig planen müssen und wissen wollen, was genau sie unterstützen, musste der Kantor in den letzten Wochen richtig ranklotzen. Da sind unter anderem Gastauftritte von Musikern aus ganz Deutschland zu organisieren und Korrespondenzen mit der Stadtverwaltung nötig. „Es muss ja zumindest grob klar sein, wann und wo eine Veranstaltung stattfinden soll und wer auftritt. Da sind schon einige Telefonate und persönliche Treffen notwendig“, so Röder. Das Ergebnis seiner Mühen kann sich allerdings sehen lassen. Denn der Plan für musikalische und kulturelle Veranstaltungen in diesem Jahr steht. Dabei ragt ein Ereignis besonders heraus. „Am 10. Juli wird es ein Festkonzert zum 400. Todestag von Melchior Vulpius geben“, sagt René Michael Röder. In der Stadtkirche sollen dann mehrchörige Musikstücke aus Vulpius „Cantiones Sacrae“ , was soviel heißt wie geistliche Gesänge, erklingen.

Hochkarätige Gäste aus Leipzig

Dabei werde Röders Capella Daleminzia die kaum bekannten Kompositionen des vormals als Kantor am Weimarer Hof tätigen Grenzgängers zwischen Renaissance und Barock wirkungsvoll zu Gehör zu bringen, sagt der Waldheimer Kantor. 16 Sänger und Musiker sollen vor allem die Psalmen Vulpius an diesem Abend musikalisch interpretieren. „Das Ereignis wird etwa 20 000 Euro kosten. Ich hoffe, die Waldheimer werden dieses Mammut-Projekt würdigen und zahlreich kommen.

Bis es aber im Sommer soweit ist, gibt es noch einige Höhepunkte mehr. Das Erste schon am 7. Februar. Dann beginnt um 17 Uhr der zehnte Europäische Abend im Gemeindezentrum von Waldheim. „Diesmal dreht sich alles um Polen. Es wird polnische Musik und auch leckeres Essen aus Polen geben“, erklärt Röder. Der genaue Ablauf sei noch nicht fix. „Da stecke ich momentan mitten drin“, sagt der Kantor. Er hofft, dass sich der inzwischen schon zur Tradition gewordene Abend auch 2015 großer Beliebtheit erfreuen wird. Das Frühjahr wird Freunden von Kirchenmusik allerdings noch ein weiteres Großereignis in hochrangiger Besetzung bieten. „Über dieses Konzert freue ich mich besonders, da es fast zufällig zustande kam“, erzählt Röder. Denn der Leipziger Vocalconsort unter der Leitung des Gewandhaus-Chordirektors Gregor Meyer sei auf der Suche nach einem Aufführungsort gewesen. „Sie wollten Motetten von Johann Sebastian Bach vorsingen, wussten aber nicht genau wo. Da habe ich unsere Stadtkirche vorgeschlagen und hatte Glück“, freut sich René Michael Röder. Am 29. März werden die 35 Sänger aus Leipzig also in Waldheim sein und ausschließlich mit Chorgesang einige der sechs Motetten Bachs zum Besten geben. „Dass solche Künstler zu uns kommen, ehrt mich persönlich sehr. Ich glaube, dass die anspruchsvollen Stücke vor allem für Liebhaber von Chormusik ein echter Leckerbissen sein werden“, sagt Röder.

Dass es auch zum Stadtfest in Waldheim wieder klangvoll wird, dafür sorgt am 1. August der Förderverein zur Sanierung der Stadtkirche. „Die Mitglieder des Vereins veranstalten das Konzert zum Stadtfest“, so Röder. Es wird um 18 Uhr in der Stadtkirche beginnen. Für den 15. September ist dann ein Kirchenkonzert – ebenfalls in der Stadtkirche – mit Volksmusiker Oswald Sattler geplant. Obwohl eine Karte dafür um die 30 Euro kosten wird, werden viele Zuschauer kommen, ist sich Röder sicher. „Sattler ist nicht das erste Mal hier. Der Name zieht“, meint Röder.

Im November und Dezember stehen dann noch ein musikalischer Gottesdienst zum Totensonntag sowie die Waldheimer Adventsmusik an. „Das gemeinsame Singen wird am 12. Dezember mit der Kirchgemeinde und hoffentlich vielen Waldheimern stattfinden“, sagt Röder. Er hat sich einiges für dieses Jahr vorgenommen. Gut möglich, dass es mit den kurzen Nächten noch einen Zeit lang weiter geht.

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