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Kamenz

Kantor mit Doppeljob

Der Pulsnitzer Kirchenmusiker Markus Mütze hat jetzt eine weitere Aufgabe übernommen – eine große Herausforderung.

Markus Mütze muss noch weitere Aufgaben übernehmen. Als Kreiskantor für den Kirchenbezirk ist er nun ebenfalls tätig.
Markus Mütze muss noch weitere Aufgaben übernehmen. Als Kreiskantor für den Kirchenbezirk ist er nun ebenfalls tätig. © privat

Pulsnitz. Wenn Markus Mütze die Pulsnitzer Orgel erklingen lässt, lauschen die Zuhörer in der Kirche St. Nicolai andächtig. Das wird künftig auch noch so sein. Aber etwas seltener als bisher. Denn der Kantor der evangelischen Gemeinden hat eine weitere große Aufgabe übernommen – als Kirchenmusikdirektor (KMD) des Kirchenbezirkes Bautzen-Kamenz. Er sei vom Landeskirchenamt in diese Position berufen worden und trete die Nachfolge von Michael Vetter an – der Kantor an St. Petri in Bautzen bleibe und nun wieder mehr Zeit zum Musizieren habe.

Aufgabe des KMD ist die kirchenmusikalische Fachberatung und -aufsicht. Dazu gehöre auch konzeptionelle Arbeit. Hintergrund der Entscheidung sind Strukturveränderungen in der Landeskirche. Markus Mütze spricht von der demografischen Entwicklung. Außerdem lassen Austritte die Zahl der Mitglieder in den Kirchengemeinden sinken. Dadurch sei die Landeskirche Sachsens gezwungen, Geld zu sparen. Das führe zu einer großen Neuordnung, auch bei den Aufgaben des Kirchenmusikdirektors. Markus Mütze ist nun voll im Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz angestellt, nicht mehr bei der Pulsnitzer Kirchgemeinde. „Dafür bin ich als Kantor nach Pulsnitz abgeordnet.“ Die gute Nachricht ist also, Markus Mütze bleibt Pulsnitz als Kantor erhalten. Er habe allerdings einige Aufgaben in Pulsnitz abgeben müssen, um für die Arbeit als KMD genug Zeit zur Verfügung zu haben. „Ich leite weiterhin den Chor, die Kinderchöre, spiele Gottesdienste und kümmere mich um die eigenen Konzerte der Kirchgemeinde, aber auch die Gastkonzerte“, erklärt er. Den Posaunenchor leite er in Zukunft ehrenamtlich. Er schaffe es allerdings nicht mehr, so viele Gottesdienste wie bisher zu spielen. Auch Beerdigungen sowie Hochzeiten werden nun durch Kolleginnen und Kollegen und Ruheständler aus der Nachbarschaft gespielt. Der Übergang sei reibungslos verlaufen: „Dafür bin ich sehr dankbar.“

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Fachkräftemangel macht auch um Kirchen keinen Bogen

Als Kirchenmusikdirektor sei er der Kreiskantor, erklärt der Pulsnitzer. Wichtig sei ihm, Berufsnachwuchs zu gewinnen. Der Fachkräftemangel mache auch um die Kirche keinen Bogen, und freie Stellen seien schwer zu besetzen. Ebenso werde es immer schwieriger, Vertretungen für den Organisten zu finden. Weniger Kantoren müssen größere Kirchgemeindegebiete betreuen. Dafür brauche es Konzepte. Die Bedeutung ehrenamtlicher Kirchenmusiker wachse. Deren Mitarbeit müsse gefördert werden. Es müsse nicht immer ein Organist sein. So könne zum Beispiel auch ein Bläser einen Gottesdienst begleiten. Der KMD muss sich um Stellenausschreibungen kümmern und Bewerbungsverfahren begleiten. Außerdem ist Markus Mütze künftig unterwegs, um zu hospitieren, Kirchenmusikern Hilfe an die Hand zu geben und sich um Weiterbildung zu kümmern. Der KMD organisiert regionale Veranstaltungen, die Kirchenmusik und unterstützt die Kantorinnen und Kantoren.

Markus Mütze: „Es ist für mich eine Herausforderung und eine Berufung zugleich. Ich möchte Verantwortung übernehmen und mich mit meinen Gaben einbringen.“ Er wolle helfen: „Wo ich es kann!“ Und natürlich auch künftig noch die Pulsnitzer Kirche klingen lassen.

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