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Döbeln

Kantor zieht alle Register

Die Aufnahmen für die CD mit Kirchenmusik von Vulpius sind umfangreicher als gedacht. Deshalb wird es noch einen weiteren Teil geben.

Derzeit laufen die Tonaufnahmen für die Einspielung einer CD mit Werken von Melchior Vulpius. Geleitet werden diese wie auch das Konzert am Sonntag von René Michael Röder.
Derzeit laufen die Tonaufnahmen für die Einspielung einer CD mit Werken von Melchior Vulpius. Geleitet werden diese wie auch das Konzert am Sonntag von René Michael Röder. © Dietmar Thomas

Waldheim. Damit hatte selbst der Waldheimer Kantor nicht gerechnet, obwohl der schon Erfahrungen mit Tonaufnahmen für CDs hat: Die sechste und vorerst letzte geplante Etappe der Gesamtausgabe und CD-Aufnahme des Werkes von Melchior Vulpius nimmt in Umfang und künstlerischer Ausführung ungeahnte Dimensionen an. 

„Wir haben uns deshalb entschlossen, das Projekt aufzuteilen, auf eine größere sechste Etappe jetzt Ende August und eine kleinere siebte Etappe im November“, teilt René Michael Röder mit. Eingespielt werden die Werke des deutschen Kirchenkomponisten Melchior Vulpius. Der Kantor hatte, als er in Waldheim seine Tätigkeit begann, den Notenschatz Vulpius in der Waldheimer Kantoreibibliothek entdeckt und sich entschlossen, die Werke auf CDs fest- und für die Nachwelt zu erhalten.

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Mittlerweile ist Halbzeit. Zwei Wochen nehmen die Tonaufnahmen für die sechste Etappe in Anspruch. „Die Aufnahmen sind bisher kreativ und planmäßig gelaufen“, so der Kantor. Bis einschließlich Freitag kommen die Musiker sogar ohne die mitunter störenden Nebengeräusche von der benachbarten Baustelle auf der Schönberger Straße aus. Die Arbeiten ruhen derzeit fast ganz.

 Nur kleine geräuschlose Arbeiten, wie das Verfugen der Steine am Bordstein werden erledigt. Das ist aber nicht allein den Tonaufnahmen in der Kirche geschuldet. „Ein großer Teil der Bauarbeiter wurde zur Beseitigung einer Havarie nach Hartha gerufen“, erklärt Röder. In der ersten Woche haben sich Musiker und die Bauarbeiter der Firma STI Bau GmbH „den Umständen entsprechend gut und konstruktiv arrangieren können“, erklärt der Kantor.

Tonmeister Carsten Hundt richtet die Mikrofone der Musiker für die CD-Aufnahme ein. 
Tonmeister Carsten Hundt richtet die Mikrofone der Musiker für die CD-Aufnahme ein.  © Dietmar Thomas

In der Kirche stimmen die Musiker ihre Instrumente. Dann ist Stille. Bis der Kantor die Hand hebt und den Beginn der Aufnahme signalisiert. Das Musikerteam sei gut aufeinander eingespielt, sagt Röder. Er sei sicher, dass eine hörerfreundliche und abwechslungsreiche CD entsteht. Insgesamt 25 verschiedene Vertonungen ein und desselben Textes durch ein und denselben Komponisten – Melchior Vulpius – werden aufgenommen.

Es sei unglaublich, mit welcher Fantasie der Komponist Techniken angewandt hat und mit welcher künstlerischen Freiheit er damit umgegangen ist. Die Sammlung der vielen verschiedenen Vertonungen des „Magnificat“ sehe fast nach einem musikalischen Adventskalender aus, beginnend am 1. Dezember und gipfelnd im Finale zu Weihnachten am 25. Dezember. „Vielleicht gelingt es uns ja sogar, den MDR für eine häppchenweise Ausstrahlung im nächsten Jahr zu sensibilisieren“, hofft der Kantor und hat den Sender schon mal angeschrieben..

Am Dienstag nimmt Röder zunächst einmal einen Zuwendungsbescheid vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst entgegen. Den bringt Staatssekretär Uwe Gaul persönlich vorbei. Den Kontakt hatte Sachsens SPD-Generalsekretär Hennig Homann vermittelt. „Unser Antrag wurde positiv beschieden“, sagt René Michael Röder und freut sich. Mit dem Geld sei nun auch die siebte Etappe des Projektes finanziell abgesichert.

Die Entdeckungen, die die Musiker bei der Umsetzung des Projektes machten, könnten schon als kleine Sensation bezeichnet werden. „Inzwischen verstehen wir den Notentext ganz gut und vor allem auch, was Vulpius damit gemeint hat, ohne es näher zu erläutern“, sagt der Kantor.

Dadurch gewinne das Ensemble eine große Freiheit bei der Umsetzung. Davon können sich die Besucher des festlichen Abschlusskonzerts am Sonntag um 17 Uhr überzeugen. „Es lohnt sich absolut, nach Waldheim in die Stadtkirche zu kommen. Und dann lassen wir mit allen gezogenen Registern das Dach abheben“, so der Kantor.

Sonntag, 1. September, 17 Uhr, Stadtkirche Waldheim „Magnificat XXL“, Konzert mit Capella Daleminzia Vocal- und Instrumentalconsort unter der Leitung von René Michael Röder, Eintritt: 15 Euro (ermäßigt 11 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei). Karten an der Abendkasse ab 16.15 Uhr.

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