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Kanuten und Badegäste

Die Errichtung einer größeren Trainingsstätte am Weißkollmer Strand des Dreiweiberner Sees erfordert Rücksicht.

Die neue Kanu-Regattastrecke am Dreiweiberner See schließt fast unmittelbar an den Strandbereich an. Hier ist also Rücksichtnahme erforderlich.
Die neue Kanu-Regattastrecke am Dreiweiberner See schließt fast unmittelbar an den Strandbereich an. Hier ist also Rücksichtnahme erforderlich. © Foto: Mirko Kolodziej

Weißkollm. Vor ein paar Tagen am Dreiweiberner See: Vor dem Bootshaus des Wassersportvereins „Am Blauen Wunder“ stehen Zelte. Bei den Kanuten ist Trainingslager. Einige Nachwuchssportler lenken ihre Boote zum blauen Plaste-Steg am Rand des Strandes, um sie aus dem Wasser zu hieven und den Hang nach oben zu tragen.

Ob denn jemand mit ihnen darüber gesprochen hat, dass sie auf Badende Obacht geben müssen? Kopfschütteln: „Das nicht, aber wir passen auf.“ Rainer Pyschny aus Hoyerswerda hätte es gern etwas genauer gewusst. Insbesondere mit dem Bau der Regattastrecke scheint ihm der Kanu-Betrieb auf dem Gewässer zuzunehmen. Seine Fragen: Sind Boote im Badebereich eigentlich rechtens? Und warum gibt es keine Abtonnung? Jens Kieschnick von der Gemeindeverwaltung Lohsa sagt zunächst ganz allgemein, Badende, Boots-Fahrer, Surfer und Angler müssten wie im Straßenverkehr aufeinander achten: „Gegenseitige Rücksichtnahme sollte oberstes Gebot sein.“

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Beim Bundesverkehrsministerium gibt es zum Thema eine fast 90-seitige Broschüre „Sicherheit auf dem Wasser – Wichtige Regeln und Tipps für Wassersportler“. Darin steht unter anderem, zum Glück sei die Zahl schwerer Unfälle gering. Es gibt aber auch allgemeine Regeln, darunter eine, die zwischen Badenden und Kajak-Fahrern keinen großen Unterschied macht: „Schwimmer, Ruderer, Kanuten und Segelsurfer bedürfen besonderer Rücksicht.“ Wer einen Boots-Führerschein hat, dürfte die Vorfahrts-Grundregel kennen: Windkraft vor Muskelkraft vor Motorkraft! So steht das unter „Regeln und Gesetze“ auch auf der Webseite des Wassersportvereins.

Am Dreiweiberner See, sagt Jens Kieschnick, seien die Badebereiche durch den natürlichen Bewuchs ganz gut abgegrenzt. Die Gemeinde plane allerdings tatsächlich noch eine Kenntlichmachung mit Bojen beziehungsweise Tonnen. Der entsprechende Finanzierungs-Antrag über die Bergbausanierung sei bewilligt. Gemeinsam mit der LMBV wolle man zeitnah handeln – wenn die außerdem erforderliche wasserrechtliche Genehmigung vorliegt.

Jens Kieschnick nimmt auch Bezug auf die Regatta-Strecke – ebenso im Hinblick auf Markierungen: „Die Anlage selbst wird durch Tonnen gekennzeichnet, damit andere Nutzer auf dem Wasser auf das Vorhandensein der Anlage hingewiesen werden. Es befinden sich teilweise auch Anlagenteile unter Wasser.“ Zum Schutz von Schwimmern wiederum sagt das Bundesverkehrsministerium zumindest für Kite- oder Segelsurfer, sie müssten einen Abstand von mindestens 50 Metern zur Abgrenzung von Badestellen sowie zu allen Badenden einhalten. Ansonsten gelte, um zeitiges Ausweichen zu ermöglichen, für Boote an Badestellen eine Höchstgeschwindigkeit von acht km/h. Zumindest Regatta-Tempo fällt da für Kanuten also flach.

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