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Karawane der Vernunft rollt auf der B 96

Etwa 30 Fahrzeuge nahmen am Sonntag an einem Fahrzeugkonvoi teil, der sich gegen die Corona-Proteste entlang der Bundesstraße richtete. Unterwegs musste die Polizei eingreifen.

In Bautzen endete die Auto-Karawane.
In Bautzen endete die Auto-Karawane. © Carmen Schumann

Bautzen. Mit über einer Stunde Verspätung traf am Sonntagmittag ein bunter Fahrzeugkonvoi am Gewerkschaftshaus an der Dr.-Maria-Grollmuß-Straße in Bautzen ein. Die Karawane der Vernunft wurde von der Initiative „Paradiesvögel statt Reichsadler“ organisiert, die sich vor etwa zwei Wochen gegründet hatte.

An die 30 Fahrzeuge waren gegen 10 Uhr in Zittau gestartet, um ein Zeichen gegen die seit Wochen andauernden Corona-Protestaktionen entlang der Bundesstraße 96 zu setzen. Bei diesen Protesten hatten sich zunehmend auch Menschen mit schwarz-weiß-roten Reichsflaggen und fragwürdigen Parolen und Tattoos unter die Teilnehmer gemischt. 

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Zu den Organisatoren der Aktion gehörte auch Dorothea Schneider vom Verein „Augen auf“ aus Löbau. Sie zeigte sich am Ende sehr zufrieden mit der Beteiligung. Die ursprünglich angepeilte Zahl von 20 Fahrzeugen sei übertroffen worden. In jedem Fahrzeug saßen mindestens zwei Teilnehmer, so dass sich über 60 Menschen an der Karawane beteiligten. 

Herz statt Hetze

Besonders erfreut zeigte sich Dorothea Schneider, dass durch die Aktion ein vielfältiges Spektrum an Initiativen und Vereinen bis hin zu Einzelpersonen abgebildet wurde. Unter anderem waren auch das Theater Görlitz, der Landtagsabgeordnete der Linken Mirko Schultze aus Görlitz sowie die Regionalgeschäftsführerin des DGB Dana Dubil mit von der Partie. Die beiden letzteren hatten den Autokorso angemeldet. Auf den Fahrzeugen waren Sprüche zu lesen, wie „Kein Vergeben, kein Vergessen“, „Herz statt Hetze“ oder „Abstand zu Nazis“.

Am Sonnabend hatten die Aktivisten zudem entlang der Bundesstraße weitere Plakate aufgehängt. Wie Dorothea Schneider sagte, hatten die Organisatoren im Vorfeld den Autokorso bei der Polizeidirektion Görlitz angemeldet, damit die Fahrzeuge innerhalb des Konvois ohne oder mit abgedecktem Kennzeichen fahren dürfen, weil die Teilnehmer befürchteten, von den Demonstranten am Straßenrand bedroht zu werden. 

Tatsächlich seien an der Kreuzung am „Goldenen Löwen“ bei Walddorf massive Beschwerden bei der Polizeidirektion Görlitz eingegangen mit dem Hinweis, dass die Konvoi-Fahrzeuge ohne Kennzeichen fahren. Dies bestätigte  René Drößig, Polizeiführer vom Dienst, auf SZ-Anfrage. Daraufhin hätten die Beamten aus den beiden Polizei-Begleitfahrzeugen die Autos auf einen Parkplatz gelotst. Dann wurde damit begonnen, die Kennzeichen wieder freizulegen. Diese Aktion wurde jedoch abgebrochen, weil sich die Konvoi-Teilnehmer zunehmend von den Demonstranten bedrängt fühlten. 

Die Beamten vor Ort hätten jede Konfrontation vermeiden wollen, erklärte der Polizeiführer vom Dienst. Wie Dorothea Schneider berichtete, seien die Konvoi-Teilnehmer teils von Demonstranten bespuckt worden, und es seien Nazi-Aufkleber an den Fahrzeugen angebracht worden. Einige seien sogar vor die Autos gesprungen. Dorothea Schneider sagte, man werde die Aktion im Nachgang auswerten und dann entscheiden, ob sie wiederholt wird.

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