merken
PLUS

Sebnitz

Karikaturisten lassen sich in Karten schauen

Er hat Premiere in Sachsen: der Karikaturen-Frühschoppen. Der findet auf Burg Stolpen statt. Gelacht wird dort schon länger.

Schluss mit alten Zöpfen. Barbara Henniger ist für feinsinnigen und zuweilen bösen Humor bekannt.
Schluss mit alten Zöpfen. Barbara Henniger ist für feinsinnigen und zuweilen bösen Humor bekannt. © Repro: SZ

Hinter den historischen Burgmauern wird gelacht, mal lauthals, mal leise – und das nicht etwa über die berühmteste Burgbewohnerin, die Gräfin Cosel. Nein, inzwischen erobern ganz andere Persönlichkeiten die Burgmauern. Am Sonntag, dem 25. August, findet der erste sächsische Karikaturen-Frühschoppen statt. Erstmals lassen sich Karikaturisten tief in ihre Karten schauen.

Organisiert wird dieses Stelldichein renommierter Zeichner von der Galerie Komische Meister Dresden unter Federführung der Journalisten und Autoren Peter Ufer und Mario Süßenguth.

Großes Glück kann so klein sein
Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Mit dabei sind unter anderem die sächsischen Karikaturisten Uwe Krumbiegel aus Hetzdorf, Lutz Richter aus Radebeul, Jan Kunz aus Flöha und Axel Bierwol aus Pirna. Und natürlich gibt es auch die Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht verraten sie ja auch, wann und wie ihnen zum Beispiel die Ideen für ihre Karikaturen kommen.

Wer vorab schon einige ihrer Werke gesehen hat, weiß, sie zeigen böse Bilder, beweisen hintersinnigen oder abgründigen Witz, zeigen Humor auch von der schwärzesten Seite. In ihren Bildern gibt es ungeschminkt entlarvende Dialoge und die Künstler finden treffende Zuspitzungen für Themen aus Politik, Gesellschaft, Liebe und Leben. Wer am Sonntag mal so richtig lachen möchte, der ist im ersten Burghof willkommen. Und wer dann auch noch weiterlachen möchte, hat ebenfalls die Gelegenheit dazu. Denn an diesem August-Sonntag gibt es auch die seltene Gelegenheit, signierte Drucke, Postkarten und Bücher anzuschauen. „Diese können direkt aus Künstlerhand gekauft werden, um sie entweder selbst zu behalten oder als Geschenk in der nahenden Festsaison einem lieben Menschen zu überreichen“, sagt Organisator Peter Ufer.

Warum nicht! Uwe Krumbiegels abgründiger Witz.
Warum nicht! Uwe Krumbiegels abgründiger Witz. © Repro: SZ

Ihm ist es auch gelungen, die gebürtige Dresdnerin Barbara Henniger aus Straußberg bei Berlin zum Frühschoppen auf die Burg einzuladen. Aus Anlass ihres 80. Geburtstags ist derzeit eine Sonderschau auf der Burg zu sehen, welche unter dem Motto „Böse Bilder!“ steht. Ihr Anspruch an ihre Karikaturen entspricht einem Idealismus, bei dem das Menschliche an erster Stelle steht. Und zum Menschlichen gehört immer der Witz, ob heiter, hintersinnig, bitter oder eben unerbittlich als schwarzer Humor. Hennigers Augenmerk liegt auf dem bösen Witz mit doppeltem Boden. Erlebt hat sie selbst ziemlich viel.

Kurz vor dem Krieg kommt sie am 9. November 1938 in Dresden zur Welt. Sie überlebt, und das war die erste Erfahrung in ihrem Leben. Und jeder, der nur daran denkt, den Frieden aufs Spiel zu setzen, könnte sich in einer ihrer Karikaturen wiederfinden. Von 1956 bis 1958 studierte sie zunächst Architektur. Ab 1959 arbeitet sie jedoch als Journalistin beim Sächsischen Tageblatt. 1967 zog sie nach Strausberg bei Berlin. Dort entschied sie auch, sich als Karikaturistin selbstständig zu machen.

Erster sächsischer Karikaturen-Frühschoppen: 25. August, 11 bis 16 Uhr auf Burg Stolpen, erster Burghof. Offen für alle Interessierten.

Mehr zum Thema Sebnitz