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Feuerwehr Karsdorf sucht Nachwuchs

Die Freiwilligen sind technisch gut ausgerüstet. Doch personell könnte es noch besser sein. Dabei hängen sich die Chefs voll rein.

Robert Peters (links) ist Leiter der Jugendfeuerwehr in Karsdorf, Mathias Pretzsch ist der Wehrleiter.
Robert Peters (links) ist Leiter der Jugendfeuerwehr in Karsdorf, Mathias Pretzsch ist der Wehrleiter. © Karl-Ludwig Oberthür

Von Peter Salzmann

Wehrleiter Mathias Pretzsch freut sich: „Wir sind technisch gut aufgestellt“, versichert der 32-Jährige. 2017 konnte die Freiwillige Feuerwehr in Karsdorf einen neuen Mannschaftstransportwagen in Betrieb nehmen, nachdem ein Jahr zuvor ein modernes Löschfahrzeug in Dienst gestellt worden war.

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Das Gerätehaus in der Ortsmitte nahe dem Schäfereiweg präsentiert sich in hellen Farben. Schulungs- und Beratungsräume, dazu sanitäre Anlagen und Garderoben in Bestzustand stehen den 18 aktiven Kameraden und sechs zwölf- bis siebzehnjährigen Jugendfeuerwehrleuten zur Verfügung. Hauptbrandmeister Pretzsch – seit 2003 dabei – verweist auch auf den neuen Systemtrenner: „Der verhindert, dass Löschwasser zurück ins Leitungsnetz gerät.“ Wichtig auch der Totmann-Melder, der die Atemschutzgeräte-Träger schützt und dem Rettungstrupp ermöglicht, bei Lebensgefahr einzugreifen.

Der Agrar-Ingenieur ist als Chefausbilder im Ausbildungsverband Osterzgebirge tätig. Trotz hoher beruflicher Anforderung folgt er dem Ruf des Schutzpatrons Sankt Martin, um in seinem Heimatort Karsdorf bei der Feuerwehr seinen ehrenamtlichen Dienst zu tun. 

„Rabenaus Bürgermeister Thomas Paul und Karsdorfs Ortsvorsteher Michael Wolf unterstützen uns nach Kräften“, sagt Pretzsch und nennt auch den Rabenauer Gemeindewehrleiter Armin Groß, der auch für die Wehren Rabenau, Oelsa, Spechtritz, Obernaundorf und Lübau zuständig ist. „Einmal im Jahr treffen wir uns alle zur Jahreshauptversammlung, um das letzte Jahr auszuwerten und über gemeinsame Dienste und Projekte zu beraten“, so Pretzsch.

14 Einsätze im vergangenen Jahr

Die Karsdorfer Wehr musste 2019 zu 14 Einsätzen ausrücken, häufig zu Waldbränden, die zeitig genug erkannt wurden, sodass keine größeren Schäden entstanden seien, so Pretzsch. Aber auch bei Verkehrsunfällen, Ölspuren auf Straßen, zur Unterstützung der Rettungsdienste und zu Türöffnungen waren die Kameraden zur Stelle. Problematisch war die technische Hilfeleistung, als ein abgestellter Lkw einschließlich Ladung bergab rollte und zum Stehen kam. Bis heute unvergessen: "2006 geriet in der Dippser Heide ein Auto in Vollbrand, was ein Todesopfer zur Folge hatte, sodass uns der Bestatter um Hilfe bitten musste“, erzählt Mathias Pretzsch.

Jugendwart Robert Peters sorgt sich mit Sachkenntnis und Hingabe um die Jugendfeuerwehr und bereitet theoretisch und praktisch die Jungen auf den künftigen Einsatzdienst vor. „Wir nehmen auch an Wettkämpfen teil und haben beim Löschangriff in der Altersgruppe bis 18 Jahre den zweiten Platz unter zwölf Mannschaften belegt“, berichtet Hauptlöschmeister Peters, dessen gepflegter Schwarzbart ihm zusätzliche Würde verleiht. Er unterstreicht, dass auch Erste-Hilfe-Ausbildung auf dem Trainingsprogramm steht. 

Auch wichtig: „Die jungen Männer lernen, wie das Wasser aus den Gewässern bis ins Strahlrohr kommt.“ Und das ist bei den Freiwilligen Feuerwehren wahrlich nicht alltäglich. Einige der Karsdorfer jungen Kameraden absolvierten eine Rettungsschwimmer-Ausbildung. "Das alles ist eine gute Grundlage für die späteren Einsätze“, weiß Robert Peters. Er bemüht sich mit seinen Schützlingen im Rahmen einer 48-Stunden-Aktion um soziale Projekte, baut Vogelhäuser, sammelt Müll und stellt Bänke auf.

Pretzsch und Peters wünschen sich unisono: „Wir suchen immer Männer, Frauen und Jugendliche, die sich in der Freiwilligen Feuerwehr Karsdorf engagieren wollen.“

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