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Katasterauszug ist jetzt farbig

Das Liegenschaftskataster ist auf den Bundesstandard gebracht worden. Zwei Monate wurden keine Anträge bearbeitet.

Von Maria Lotze

Auf den ersten Blick hat sich nur die Farbe geändert. Statt der schwarz-weißen Pläne verschickt die untere Vermessungsbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen jetzt bunte Auszüge aus dem Liegenschaftskataster. Die entsprechen seit dem 10. November dem bundesweit einheitlichen amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem, kurz Alkis.

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In diesem sind Daten, die bisher getrennt gespeichert und verarbeitet wurden, vereint. In der Liegenschaftskarte war die Lage des Flurstücks dargestellt, im dazugehörigen Buch alle relevanten Informationen wie die Nummer des Flurstücks, die Größe, die Nutzung und die Eigentümer verzeichnet. „Das alte System war sehr umständlich“, so Hendrik Kautzner, Fachbereichsleiter Katasterfortführung. Nicht nur in überregionaler Hinsicht soll sich mit dem neuen System einiges vereinfachen. Auch für die regional tätigen öffentlich bestellten Vermesser (ÖbV) wird die Arbeit leichter. „Es gibt mehr Informationen, wir können als ÖbV selber auf die Karten zugreifen und die Eigentümer der Grundstücke einsehen“, schildert Vermesser Gerhard Klinkhard, der sein Büro in Rochlitz hat. Etwa 1 000 Anträge auf Katastervermessung reichen die Vermesser aus Mittelsachsen pro Jahr bei der zuständigen Behörde ein. Notwendig sind die Daten zum Beispiel, um die Grenze zum Nachbarn genau festzustellen. Genutzt werden die Daten des Liegenschaftskatasters zudem von Kommunen, Versorgungsunternehmen, Wohnungsgesellschaften oder Agrargenossenschaften. „Diese erstellen auf der Basis der Karten ihre eigenen Geo-Informationssysteme“, so Kautzner.

Vom 5. September bis zum 10. November hat die Behörde auf das neue System umgestellt. Während dieser Zeit seien nach Angaben von Pia Weißenberg, der Referatsleiterin für ländliche Entwicklung und Geoinformation, keine Anfragen bearbeitet worden. „Jetzt sind wir daran, aufzuarbeiten. Die Flut ist aber nicht so groß.“ An den Kosten für die Auszüge aus dem Kataster ändert sich nichts. Ein einfacher kostet nach wie vor 18 Euro.

Bis 2005 wurden einige Karten noch per Hand aktualisiert. Erst ab 2000 sind die Daten digital erfasst worden. Die ältesten Karten, die im Vermessungsamt zu finden sind, stammen aus dem Jahr 1842.