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Katzen würden kein Felix kaufen

Auch Gourmet Gold und Vitakraft fallen im Test durch. Welches Feuchtfutter die Stiftung Warentest stattdessen empfiehlt.

Gesunde Katzen brauchen den richtigen Nährstoffmix beim Futter.
Gesunde Katzen brauchen den richtigen Nährstoffmix beim Futter. © Pixabay

Von Heike Jahberg

Ein eigener Koch, vier frisch gekochte Gerichte zur Wahl, Silberschalen statt Napf: Choupette, die Katze des Modedesigners Karl Lagerfeld, teilte das Luxusleben ihres Herrchens. Der Modeschöpfer sorgte selbst für die Zeit nach seinem Tod für seine Liebste: Im Testament des vor gut einem Jahr verstorbenen Designers garantiert Lagerfeld der Birma-Katze eine Kamerzofe, eine Haushälterin und einen Koch. Choupette, die Lagerfeld einst auch als Werbemodel für Opel fotografiert hatte, residiert jetzt in Südfrankreich. Auch in ihrem neuen Domizil dürfte es ihr wohl an nichts mangeln.

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Dabei ginge es auch einfacher – zumindest wenn die Katzendame in Deutschland leben würde. Schnell zu Kaufland, Edeka, Rossmann, Lidl oder Rewe, ein paar Tütchen, Dosen oder Aluschachteln mit Feuchtfutter gekauft, und schon wäre Choupette „sehr gut“ versorgt. Das meinen zumindest die Tester von Stiftung Warentest nach der Prüfung von 30 verschiedenen Feuchtfuttern. 

Sie schwören auf die Billigfutter der Handelsketten. Das einzig „sehr gute“ Markenfutter kommt von Kitekat. Mit Whiskas und Sheba hat der Tierfutter- und Schokoriegelproduzent Mars noch zwei weitere zumindest „gute“ Marken im Angebot. Gut ist ebenfalls, so die Stiftung Warentest, das Futter von Aldi, Netto, Iams, Zooroyal, Animonda und das Bio-Futter von dm. Kann man alles kaufen, meinen die Experten.

Feuchtfutter für Katzen sind teils schlecht gemischt, sagt die Stiftung Warentest.
Feuchtfutter für Katzen sind teils schlecht gemischt, sagt die Stiftung Warentest. © Ina Fassbender/dpa

14,7 Millionen Katzen leben in Deutschland, kein Haustier ist beliebter. Allein für Futter geben Herrchen und Frauchen im Jahr 1,6 Millionen Euro aus, der Löwenanteil entfällt dabei auf Feuchtfutter.

Was Katzen brauchen

Katzen sind Fleischfresser. Sie brauchen einen guten Nährstoffmix aus tierischem Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren. Am besten wären Mäuse. Doch im Supermarktregal oder beim Discounter, wo Katzenhalter meistens einkaufen, gibt es die Sorte Maus nicht.

Im Futter für Heimtiere werden nämlich nur Schlachtabfälle verarbeitet, für Hunde und Katzen wird kein anderes Tier getötet. Und da Mäuse nun mal nicht auf dem menschlichen Speiseplan stehen, müssen sich die Vierbeiner den Nachschub selber fangen.

Dabei sind die menschlichen Dosenöffner und Tütenaufreißer durchaus leidensfähig, wenn es um die Eigenheiten ihrer Tiere geht. Manche Katze frisst nur, wenn sie gestreichelt wird, andere beginnen erst zu schlecken, wenn etwas Schinken oder eine Knabberstange über dem Futter zerbröselt wird. Einige Stubentiger fressen gern in menschlicher Gesellschaft, andere bestehen auf Privatsphäre. Eines haben jedoch viele gemein: Sie wechseln nicht gern die Futtersorte.

Diese Marken sind mangelhaft

Deshalb kommen jetzt auf all die Katzenfreunde harte Zeiten zu, die es besonders gut mit ihren Mitbewohnern meinen und kein Geld scheuen, um teures Markenfutter zu kaufen.

Von den sechs Produkten, die mit „mangelhaft“ abgestraft worden sind, sind fünf Markenware. Vor allem Nestlé enttäuscht. Die Tochter Purina lieferte mit Felix und Gourmet Gold gleich zwei mangelhafte Produkte ab, selbst das beste Nestlé-Futter, Purina One, schaffte nur ein Befriedigend und blieb damit weit hinter den billigeren Discountermahlzeiten zurück.

Nicht nur von Felix und Gourmet sollten Katzen die Pfoten lassen, auch Vitakraft, Bozita, Miamor und Fressnapf sind mangelhaft, warnen die Verbraucherschützer. Sie befürchten, dass das Futter die Tiere sogar krank machen kann. Bozita, Felix, Gourmet Gold und Purina One enthalten viel wasserlösliches Phosphor (so wie auch die „ausreichenden“ Angebote von Futterhaus und Penny). Das kann den Nieren der Katzen schaden. Rund ein Drittel der älteren Tiere hat bereits eine chronische Nierenerkrankung. „Felix“ enthält zudem noch zu viel Kalzium, Gourmet Gold zu viel Kalzium und Natrium.

Was Nestlé sagt

Für Nestlé, dessen Gourmet Gold jetzt zum zweiten Mal in Folge bei der Stiftung Warentest durchgefallen ist, sind die Testergebnisse verheerend. Auf Nachfrage heißt es, man könne die Abwertungen der Produkte nicht nachvollziehen. „Der Gesetzgeber gibt keinen Maximalwert für den Phosphorgehalt in der Ernährung von Hunden und Katzen vor, sondern nur einen Minimumwert“, heißt es bei Purina. „Diesen halten wir sicher ein, um eine ausreichende Nährstoffversorgung zu gewährleisten.“ Doch zu viel schadet genauso wie zu wenig, betont die Stiftung Warentest.

Aber wie gewöhnt man die Katze an das neue Futter? Man kann das neue Futter unter das alte mischen und das Mischverhältnis allmählich verändern. Manchmal hilft es auch, das Futter zu erwärmen.

Oder Sie machen es wie Lagerfeld: Vier frische Mahlzeiten für die Mieze, drei Mal am Tag, allerdings nicht vom Personal, sondern selbst gekocht. Das ist dann nicht nur wahre Katzenliebe, sondern verhindert selbst in Corona-Zeiten, dass zu Hause Langeweile aufkommt.

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