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Katzenwels bedroht Hahnefelder Karpfen

Für manche ist er eine Plage, für andere eine Delikatesse. Für den Anglerverein Seerhausen85e.V. bedeutet der Katzenwels, auch Zwergwels genannt, in erster Linie Arbeit. Inzwischen hat es sich der Raubfisch nämlich im Rückhaltebecken in Hahnefeld sehr bequem gemacht.

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Für manche ist er eine Plage, für andere eine Delikatesse. Für den Anglerverein Seerhausen85e.V. bedeutet der Katzenwels, auch Zwergwels genannt, in erster Linie Arbeit. Inzwischen hat es sich der Raubfisch nämlich im Rückhaltebecken in Hahnefeld sehr bequem gemacht. Da er keine natürlichen Feinde hat und nahezu alles frisst, kann er sich ungehindert vermehren. Dem entgegenzuwirken ist für die Angler alles andere als einfach. „Der Katzenwels lässt sich schlecht abfischen, weil er sich in den Schlamm einwühlt“, erklärt Dirk Hinze vom Anglerverein Seerhausen. Doch wenn der Fisch einmal an der Angel ist, ist Vorsicht geboten, dass man sich nicht an den Stacheln an Rücken- und Brustflosse sticht.

Zurücksetzen verboten

Damit der Bestand dieser Raubfische in dem Rückhaltebecken nicht überhand nimmt, führt der Anglerverein regelmäßig neuen Fischbesatz zu. Jährlich sind es zirka 200 Hechte und etwa 450Kilogramm Karpfen. Eine teure Angelegenheit, die zum Teil über die Mitgliedsbeiträge finanziert wird.

Außerdem ist seit 2004 das Zurücksetzen der Katzenwelse verboten. Das heißt, die Fische dürfen nach dem Fangen nicht mehr in das Gewässer gesetzt werden. „Das wird durch uns genau kontrolliert“, so Dirk Hinze. Er ist bekannt dafür, dass er durchgreift und keine Ausnahmen macht. Verstöße können sogar mit Geldbußen geahndet werden. Generell müssen beim Angeln etliche Regeln beachtet werden. Den Rahmen dafür bildet das Fischereigesetz. Um in einen Anglerverein aufgenommen zu werden, muss man einen gültigen Fischereischein besitzen. Dieser berechtigt zum Angeln, wobei in dem Mitgliedsausweis immer dokumentiert werden muss, wo geangelt und welcher Fischbesatz entnommen wurde.

Dem Seerhausener Verein gehören heute 76 Mitglieder an, darunter eine Frau. Der Panitzer Dirk Hinze unterscheidet diese in drei Gruppen: „In der ersten Gruppe sind die, die angeln und die nötigen Arbeitsstunden leisten. Die aus der zweiten betreiben ausschließlich die Spinn- und Flugangelei. Und in der dritten sind solche, die das Vereinsleben wirklich leben wollen.“ Er selbst zählt sich zu der letzten Kategorie. Für ihn ist es selbstverständlich, sich in seiner Freizeit auch um die Pflege der Gewässer zu kümmern. Dazu gehört unter anderem die Grasmahd, der Baumverschnitt und das Beseitigen von Unrat. Insgesamt bewirtschaftet der Verein drei Gewässer: die Jahna, den Schlossteich in Seerhausen und das Rückhaltebecken in Hahnefeld. Allerdings wird jedes Gewässer individuell behandelt–vom Fischbesatz bis hin zur Hege und Pflege des Gewässers.

Elitegewässer in Seerhausen

Der Teich in Seerhausen etwa ist ein reines Zander-Schleie-Gewässer. „Das wollen wir in den nächsten Jahren als Elitegewässer etablieren“, sagt Hinze stolz. Er hat viele Pläne für die Zukunft. Doch inzwischen weiß er, wo seine gesundheitlichen Grenzen sind. „Ich habe gelernt, mir Auszeiten zu gönnen. Nirgendwo gelingt mir das besser, als beim Angeln“, sagt er. Ihm geht es jedoch nicht um das geschmackliche Erlebnis, sondern um die Ruhe und die Liebe zur Natur.

Alexandra Hoppstock