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Kauf-Lust trotz großer Hitze

SSV. Schnäppchenjäger stöbern auch bei heißen Temperaturen. Die Leute im Landkreis wissen, wie sie für Abkühlung sorgen.

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Von Julia Polony &Susanne Johne

Enge Röcke, luftige Kleider, kurze Hosen. Dieser Sommer kann nur Spaß machen, denn Frauen und Männer zeigen bei diesen heißen Temperaturen viel Haut und noch mehr Kauf-Lust. Zum einen, weil das Bilderbuch-Wetter sommerliche Kleidung erfordert. Zum anderen, weil die Händler die Preise purzeln lassen. Es ist Sommerschlussverkauf (SSV), auch wenn dieser schon längst abgeschafft ist. „Es läuft super. Die Leute kaufen. Am liebsten würde ich noch mehr Sommerware ordern“, sagt Boutiquebesitzer Peter Horn.

Auch Franziska Gattermann, Inhaberin eines Bekleidungsgeschäfts im Riesapark: „Ein paar T-Shirts haben wir noch, aber das meiste ist schon raus.“ Doch ein dunkles Wölkchen trübt die Freude der Händler. Denn für die Bekleidungsindustrie ist der Sommer schon vorbei. Die Herbst-Kollektion kommt. „Viel zu früh“, wie manche finden. Kaum ein Kunde mag jetzt schon lange Jeanshosen, Pullover oder Jacken kaufen. Sie schauen auch weiterhin nach Sommer-Angeboten.

Darauf haben sich auch andere Branchen eingestellt. In Baumärkten zum Beispiel sind Ventilatoren, Klimaanlagen und Planschbecken die Renner. „Die Leute kaufen alles was irgendwie Wind macht oder abkühlt“, sagt ein Verkäufer vom Riesaer toom-Markt. Nur einige wenige der begehrten Artikel sind noch vorrätig. Ob Nachschub kommt, kann keiner sagen. Ähnlich gefragt ist Wasser – egal ob sprudel, medium oder still. Je länger die Hitze andauert, desto öfter geht das Getränk über den Ladentisch. Aber das normale Mineralwasser wird auf die Dauer manchen zu fade. „Die neuen Wasser mit Geschmack liegen im Trend“ weiß Christine Markant, Inhaberin des Markant Getränkeservice in Wülknitz. Zurzeit werden mehr Getränke gekauft als sonst – fast ausschließlich in den Morgen- oder Abendstunden. Die Kunden wollen so der sengenden Mittagshitze entgehen. Der Absatz an alkoholischen Getränken hat sich allerdings nicht verändert. „Die Biertrinker bleiben beim Bier, nur wenige greifen zum Wasser, dann schon eher zum Radler“, weiß Christiane Markant.

Wer sich nicht nur von innen erfrischen lassen will, geht in die Freibäder der Umgebung. „Diese Saison ist definitiv besser als 2005“, sagt Peter Schmale vom Naturbad Glaubitz. 200 bis 300 Leute kämen pro Tag, am Wochenende seien es sogar bis zu 500.

Auf Wunsch länger geöffnet

Allerdings waren die Besucherzahlen hier in den Vorjahren teilweise höher. „Das liegt wohl an der wirtschaftlichen Situation und der Bevölkerungsstruktur“, meint Schmale, „die jugendlichen Badegäste fehlen hier.“ Viele seien wegen der Lehre weggezogen. Das Bad bietet auf Wunsch sogar flexible Öffnungszeiten an, verrät Schmale.

Fazit: Trotz der Hitze ist den Leuten die Lust auf Schnäppchenjagd nicht vergangen. Dabei sind sie vorrangig in den morgendlichen und abendlichen Stunden auf Schnäppchensuche. Die Zeit dazwischen verbringen viele im Schwimmbad oder Eiscafé. Die Klimaanlage zu Hause, den Ventilator im Büro und nach getaner Arbeit der Sprung ins kühle Nass – so lässt sich auch die größte Hitze wunderbar aushalten.