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Kaufhaus-Verein regt Debatte an

Viele Fragen sind noch offen für eine erfolgreiche Eröffnung des Kaufhauses. Das soll sich ändern.

Von Sebastian Beutler

Rainer Müller ist dieser Tage wieder fürs Kaufhaus unterwegs: Plakate austeilen, Hinweiszettel auslegen und Termine koordinieren. Eigentlich könnte der Verein jetzt ja kürzertreten, wo das Kaufhaus von Winfried Stöcker gekauft und in den nächsten zwei Jahren zum „Kaufhaus der Oberlausitz“ ausgebaut wird. Doch genau das will Müller nicht. „Wenn jetzt alle sagen, das Kaufhaus ist gerettet, weil es einen Investor gibt, dann ist das zu kurz gedacht“, sagt Müller. Zusammen mit Gabriele Melzer-Heinicke und ihrer Magnet-Werbeagentur, dem Architekten Andreas Bednarek und mit Hilfe der Stadtwerke hat er jetzt eine neue Werbebroschüre fürs Kaufhaus herausgebracht. Deren Titel: „Damit die Stadt lebt!“

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Gerade das Umfeld des Kaufhauses steht aus Sicht Müllers im Gegensatz zu dem beabsichtigten Einkaufserlebnis im künftigen KadeO. „Das müssen wir ändern“, sagt Müller, „und unsere Bürgerinitiative will dabei Partner, Ideen- und Impulsgeber sein.“ Deshalb hat der Verein für diesen Mittwoch mit Dirk Ohm vom Dresdner Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen einen Experten eingeladen. Ohm kennt die Situation in Görlitz wie auch in anderen Städten, für die er bereits Gutachten erarbeitet hat. Immer ging es dabei darum, wie innerstädtischer Handel und optimale Verkehrssituationen gestaltet werden können. Für Müller und seine Mitstreiter ist das ein wichtiges Thema bei der Wiederbelebung des Kaufhauses. So spricht sich seine Bürgerinitiative für eine Tiefgarage am Marienplatz aus, wenn sie verkehrsplanerisch sinnvoll und wirtschaftlich machbar ist. Auch sollte der Durchgangsverkehr am Kaufhaus deutlich verringert, der Bestand der Straßenbahn über 2017 hinaus gesichert und die Einkaufsmeile Untere Berliner Straße besser mit dem Kaufhaus verknüpft werden. Ebenso nötig sei es, sagt Müller, die „wenig einladende Präsenz gesellschaftlicher Randgruppen“ zu verringern. All das soll in öffentlichen Diskussionsrunden besprochen werden.

Den Auftakt macht eben der Verkehr an diesem Mittwoch. Nach dem Vortrag von Dirk Ohm werden der Städtebau-Professor Jürg Sulzer, der Görlitzer Stadtplanungschef Hartmut Wilke, der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, Arne Myckert, und der Görlitzer Architekt und Stadtrat Wolfgang Kück über das Thema diskutieren. Weitere Abende sind in Vorbereitung. Damit das Kaufhaus wirklich ein Erfolg wird.

Der Diskussionsabend, zu dem die Görlitzer herzlich eingeladen sind, beginnt im Schlesischen Museum am Mittwoch, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.