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Döbeln

Kaufland-Mitarbeiter wissen nichts vom Streik

Die Gewerkschaft Verdi hatte in drei mitteldeutschen Bundesländern dazu aufgerufen. In den Filialen der Region geht aber keiner in den Ausstand.

Vom Streik war in Waldheim nichts zu spüren.
Vom Streik war in Waldheim nichts zu spüren. © Dietmar Thomas

Waldheim/Döbeln. Freitagmorgen, schönstes Sommerwetter, der Parkplatz vor dem Lebensmittelriesen Kaufland in Waldheim ist schon gut gefüllt. Kunden erledigen ihre Einkäufe, die Mitarbeiter gehen ihrer Arbeit nach. Dass hier eigentlich gestreikt wird, davon bekommt keiner etwas mit. Selbst die Mitarbeiter wissen gar nichts über den Aufruf zum Ausstand.

„Aus Filialen in Mittelsachsen Freiberg, Waldheim, Mittweida, Frankenberg und Döbeln nehmen keine Mitarbeiter am Streik teil. Grundsätzlich haben unsere Filialen regulär geöffnet“, erklärt Kaufland-Unternehmenssprecherin Anna Münzing. Die Durchführung der Streikmaßnahmen sei eine legitime Möglichkeit für Arbeitnehmer, ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen.

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„Selbstverständlich respektieren wir die Teilnahme von Mitarbeitern an Streiks. Seit 1. April laufen die Tarifverhandlungen im deutschen Einzelhandel. Kaufland würde es begrüßen, wenn die Tarifparteien sich zeitnah auf einen Abschluss einigen“, so Anna Münzing weiter. Als Arbeitgeber lege Kaufland Wert auf eine faire Bezahlung seiner Mitarbeiter. So wurde in dem Konzern als eines der ersten Unternehmen in der Branche bereits 2010 ein interner Mindestlohn eingeführt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte am Freitag die Mitarbeiter aller Kaufland Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum Streik aufgerufen. Rund 500 Mitarbeiter aus allen Regionen seien zu der zentralen Kundgebung in der Erfurter Innenstadt gekommen, berichtet Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago. Die Gewerkschaft fordert für die insgesamt 256.000 Beschäftigten des Einzel- und Versandhandels eine Lohnerhöhung von zwei Cent pro Minute und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um jeweils 100 Euro.

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