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Kaum Besucher im Feuerwehrmuseum

Wegen Corona bleiben Reisebus-Gruppen aus. Ist dadurch der Neubau der Flugzeug-Halle gefährdet?

Siegfried Bossack freut sich immer, wenn er Besuchern alte Feuerwehrautos zeigen kann.
Siegfried Bossack freut sich immer, wenn er Besuchern alte Feuerwehrautos zeigen kann. © Sebastian Schultz

Zeithain. Siegfried Bossack sitzt vor den Garagen des Landesfeuerwehrmuseums Zeithain. Er wartet auf Besucher. Doch sie kommen nicht. Die Corona-Krise hat sie bisher davon abgehalten, einen Abstecher in die Ausstellung der AG Feuerwehrhistorik Riesa zu machen.

Bis vor Kurzem hat Bossack ganze drei Besucher gezählt. Für ihn und seine Mitstreiter ist das zwar nicht überlebenswichtig. "Denn wir engagieren uns hier alle ehrenamtlich", sagt der ehemalige Kreisbrandmeister. Aber traurig sei es schon, dass die größte historische Feuerwehrsammlung Sachsens in diesen Wochen und Monaten kaum Gäste empfangen hat. Dabei ist sie seit Anfang Mai wieder geöffnet.  

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Reisebusse haben die Abendrothstraße in Zeithain in diesem Jahr noch nicht angefahren. Angemeldete Gruppen haben ihren Besuch storniert bzw. auf den Herbst oder nächstes Jahr verschoben. Bossack vermutet, dass da Angst und Unsicherheit eine Rolle spielen. Wohl auch aus Unwissenheit. 

Gerd Langer (links) und Frank Zacharias reparieren die Lampe an einer Autospritze von 1920. Die Beiden gehören zu den vielen fleißigen Helfern der AG Feuerwehrhistorik, die das sächsische Landesfeuerwehrmuseum in Zeithain erst möglich gemacht haben.
Gerd Langer (links) und Frank Zacharias reparieren die Lampe an einer Autospritze von 1920. Die Beiden gehören zu den vielen fleißigen Helfern der AG Feuerwehrhistorik, die das sächsische Landesfeuerwehrmuseum in Zeithain erst möglich gemacht haben. © Sebastian Schultz

"Wir können hier die aktuellen Hygienevorschriften gut einhalten", sagt der Vereinsvorsitzende der AG Feuerwehrhistorik Riesa. Auch hier gelten die anderthalb Meter Mindestabstand.  "Ich kann auch von drei Meter Entfernung mit den Besuchern reden", so Bossack. Es sei ein Leichtes, alle Garagentore der ehemaligen Russenkaserne zu öffnen und die Leute hineinsehen zu lassen. "Wenn das Wetter schön ist, kann ich die Begrüßung und meinen Einführungsvortrag auch im Freien halten." 

Im Durchschnitt würden die Gruppen aus 20 bis 25 Leuten bestehen. "Es sind noch nie mehr als 50 Leute auf einmal gekommen", bestätigt er. Da sei es unkompliziert, die Besucher in mehrere kleinere Gruppen aufzuteilen. Auch bei schlechtem Wetter. Immerhin ist die überdachte Ausstellung insgesamt rund 3.000 Quadratmeter groß. Das gesamte Außenareal erstreckt sich über mehr als zwei Hektar. Bossack: "Da können die Leute sich gut  verteilen." 

Doch im Moment hat der Verein wegen der fehlenden Besucher keine Einnahmen. Im Hinblick auf den anstehenden Neubau der Flugzeughalle wäre der eine oder andere zusätzliche Euro hilfreich gewesen. Schließlich kostet die Errichtung der 16 mal zehn Meter großen Stahlkonstruktion rund 51.000 Euro. Der Bau wird zwar gefördert, aber der Verein muss auch einen Eigenanteil leisten. Offizieller Baubeginn ist am 1. Juni gewesen.

Noch steht das Agrarflugzeug der ehemaligen Interflug mit abgeschraubten Flügeln im hinteren Teil der Fahrzeugausstellung. Bald soll es eine eigene Halle haben.
Noch steht das Agrarflugzeug der ehemaligen Interflug mit abgeschraubten Flügeln im hinteren Teil der Fahrzeugausstellung. Bald soll es eine eigene Halle haben. © Sebastian Schultz

"Wir haben ja schon die ganzen Bauvorbereitungen getätigt", berichtet Bossack. Der Platz, wo die Halle errichtet werden soll, wurde von den Vereinsmitgliedern vorbereitet. Dazu zählte auch, den alten Hang abzutragen. 

In die neue Halle soll ein altes Agrarflugzeug, Baujahr 1975, mit dem zu DDR-Zeiten nicht nur Felder gedüngt, sondern auch Waldbrände gelöscht wurden. "Das Flugzeug ist nach der Wende nie wieder geflogen", sagt Bossack. Es befinde sich in einem sehr guten Zustand. "Wir brauchten es nur saubermachen und die Flügel anmontieren", sagt der Vereinschef. Momentan steht es im hinteren Bereich in einer der drei Ausstellungshallen. "Aber an ein Flugzeug gehören die Flügel dran", so Bossack. Deshalb hatte sich der Verein für den Bau der neuen Halle entschieden. Ende August soll sie fertig sein.  

Bis dahin hofft er, dass die sächsischen Feuerwehren ihr Landesmuseum nicht ganz vergessen und ihm trotz der Corona-Bestimmungen einen Besuch abstatten. Es hat wochentags und am Wochenende von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Wichtig ist allerdings eine vorherige Anmeldung. 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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