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Kaum noch Corona-Abstand auf Baustellen?

Die Gewerkschaft beklagt die Rückkehr zum alten Trott. Im Kreis Meißen bleiben die Infektionszahlen unverändert. Doch das ist nicht überall so.

„Viele Baufirmen nehmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus auf die leichte Schulter. Das ist fatal“, sagt der Vorsitzende der IG Bau Dresden, Jörg Borowski.
„Viele Baufirmen nehmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus auf die leichte Schulter. Das ist fatal“, sagt der Vorsitzende der IG Bau Dresden, Jörg Borowski. ©  Symbolbild: dpa

Meißen. Die Corona-Disziplin auf dem Bau sinke. Auf immer mehr Baustellen im Landkreis Meißen werde gegen Abstands- und Hygieneregeln verstoßen. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). „Viele Baufirmen nehmen die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus auf die leichte Schulter. Das ist fatal“, sagt der Vorsitzende der IG Bau Dresden, Jörg Borowski.

Immer häufiger werde wieder im alten Trott gearbeitet – wie vor der Corona-Pandemie.  Bei ihren Baustellen-Visiten stoße die Gewerkschaft auf grobe Corona-Sünden: „Oft ist nicht einmal das Händewaschen möglich. Ein Waschbecken mit Seife und fließendem Wasser – Fehlanzeige. Von Desinfektionsmittel-Spendern ganz zu schweigen", sagt Jörg Borowski. Aber auch Sammeltransporte in Bullis seien schon längst wieder an der Tagesordnung. Genauso Frühstücks- und Mittagspausen dicht an dicht im Bauwagen.

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Corona-Schutz auf dem Bau koste – wie in anderen Bereichen der Wirtschaft auch – Geld. Das seien allerdings notwendige Kosten, die die Bauunternehmen im Landkreis Meißen nicht scheuen dürften, fordert die IG BAU Dresden: „In der Corona-Pandemie zeigen Baubeschäftigte volle Leistung. Dafür haben sie auch vollen Gesundheitsschutz verdient.“

 Dass das Arbeiten unter freiem Himmel das Infektionsrisiko reduziere, sei nur die halbe Wahrheit. Spätestens beim Innenausbau und beim Sanieren sehe das dann schon ganz anders aus. 

© Gesundheitsamt Meißen
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Die Fallzahlen der Corona-Infektionen im Landkreis Meißen zeigen sich am Donnerstagvormittag erneut unverändert. Der Pressestelle des Landratsamtes zufolgt gibt es im Kreis  245 positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestete Personen. Diese Zahl ist damit den siebenten Tag in Folge gleich geblieben.

Wie schnell sich diese Situation allerdings ändern kann, zeigt das Beispiel des Landkreises Görlitz. Sieben Bewohner und eine Mitarbeiterin eines Wohnheims für Menschen mit Behinderungen im Bernstädter Ortsteil Kemnitz haben sich dort in dieser Woche mit dem Coronavirus infiziert. Das teilt Julia Bjar, Sprecherin des Landeskreises Görlitz, in einer Pressemeldung mit. 

 Darüber hinaus wurde ein Bewohner eines Wohnheims für Menschen mit Behinderungen im Reichenbacher Ortsteil Sohland positiv auf das Coronavirus getestet. In beiden Einrichtungen laufen die Ermittlungen zu den Kontaktpersonen. 

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