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Kaum noch Regen in Dresden

Im Februar hatte es extrem viel geregnet. Jetzt sehen die Messwerte völlig anders aus.

Trockenheit prägt das Bild nicht nur am Elbufer. Auch der Pegel liegt deutlich unter dem normalen Stand. Der Regen fehlt.
Trockenheit prägt das Bild nicht nur am Elbufer. Auch der Pegel liegt deutlich unter dem normalen Stand. Der Regen fehlt. © Sven Ellger

Dieses Jahr könnte wie bereits die vorangegangenen ein Jahr der Extreme werden. Und das nicht nur wegen der Coronakrise, sondern auch wegen des Wetters. Das belegen die Daten der Stadtentwässerung über den Niederschlag in Dresden, die jetzt für März vorliegen. Denn der vergangene Monat war wieder sehr trocken. Dieser Trend setzt sich bisher auch im April fort.

Ein Jahresauftakt der Extreme. Während es im Januar und März viel zu trocken war, regnete es im Februar besonders viel.
Ein Jahresauftakt der Extreme. Während es im Januar und März viel zu trocken war, regnete es im Februar besonders viel. © SZ Grafik Romy Thiel

In Dresden gibt es einen besonderen Überblick über die Niederschläge. Denn bereits seit 1996 werden sie von der Stadtentwässerung flächendeckend an 19 Stationen aufgezeichnet, erklärt Udo Zimmermann, der bei dem Unternehmen für die Auswertung zuständig ist und die monatlichen Mengen genau im Blick hat. Die Messwerte der sogenannten Regenschreiber spielen eine enorme Rolle für die elektronische Steuerung und den weiteren Ausbau des Kanalnetzes.

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Bei extremem Niederschlag hält das Regtenüberlaufbecken im Klärwerk Kaditz bis zu 24.000 Kubikmeter Abwasser zurück.
Bei extremem Niederschlag hält das Regtenüberlaufbecken im Klärwerk Kaditz bis zu 24.000 Kubikmeter Abwasser zurück. © Foto: Stadtentwässerung Dresden

So gibt es beispielsweise 100 Regenüberläufe in Dresden. Strömt bei starken Niederschlägen zu viel Abwasser durch die Kanäle, läuft ein Teil stark verdünnt in die Flüsse, um das Kanalnetz nicht zu überlasten, erläutert Zimmermann. Außerdem verfügt das Steuerungssystem über Stauraum-Kanäle, in denen das Abwasser bei Starkregen eine Weile zurückgehalten werden kann und erst später zum Klärwerk fließt sowie zwei große Regenüberlaufbecken in Johannstadt und Kaditz. Insgesamt haben diese Anlagen ein Speichervolumen von über 91.000 Kubikmetern.

Mit diesem Steuerbauwerk an der Blasweitzer Schaufußstraße kann der Abfluss des Abwassers reguliert werden.
Mit diesem Steuerbauwerk an der Blasweitzer Schaufußstraße kann der Abfluss des Abwassers reguliert werden. © Foto: Stadtentwässerung Dresden

„Die Messwerte für März zeigen, dass die mittlere Niederschlagssumme aller Regenschreiber 51 Prozent des langjährigen Wertes des Deutschen Wetterdienstes – DWD – entspricht“, erklärt der Experte. Im März fielen durchschnittlich 22 Liter Regen je Quadratmeter, was auch als Millimeter (mm) bezeichnet wird. Zum Vergleich: Im März 2019 waren es 42,5 Liter.

Die erfassten Werte an den verschiedenen Stationen sind allerdings sehr unterschiedlich. Am meisten hatte es im vergangenen Monat in Schönfeld geregnet (34 mm), gefolgt von Klotzsche (28,7 mm) und Hosterwitz (28,1 mm). Der wenigste Regen wurde an den Messstationen Cossebaude (11,1 mm), Coschütz (16 mm) und am Hauptbahnhof /16,5 mm) erfasst. „Im März hatte es nur an fünf Tagen nennenswert geregnet“, resümiert Zimmermann. Störungen am Kanalsystem wegen starker Niederschläge habe es im März nicht gegeben.

Die Werte vom Februar standen im krassen Gegensatz dazu. In dem Monat fielen in Dresden durchschnittlich 87,3 Liter je Quadratmeter. „Das war sehr heftig“, so Zimmermann. Denn das entspricht 250 Prozent des langjährigen DWD-Wertes für Februar. „Das war der höchste Wert seit Beginn unserer Aufzeichnung 1996.“

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Dennoch ist Wasser knapp. Seit 1996 war die lange Trockenperiode von Mai bis November 2018 die längste zusammenhängende. Nach einem nassen ersten Quartal setzte sich die Entwicklung 2019 fort. Am extremsten war es im Dezember. Da wurden im Durchschnitt aller Dresdner Regen-Messstationen nur 35 Prozent des langjährigen Wertes des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erreicht. Genau dieser Trend setzte sich im Januar dieses Jahres fort. Da fielen im Dresdner Durchschnitt 15,6 Liter Regen je Quadratmeter, was wie im Dezember rund 35 Prozent des langjährigen DWD-Wertes entspricht. Nach dem nassen Februar geht es jetzt so weiter. Das hat Konsequenzen. Der Grundwasser-Pegel im Untergrund liegt deutlich unter dem Normalwert. Und auch die Natur leidet unter der langanhaltenden Trockenheit.

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