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Kegelbahn wird wieder aufgebaut

Die Entscheidung im Stadtrat fiel knapp aus. Wer wie gestimmt hat, konnte jeder sehen. Die Besucherplätze waren voll.

Von Gunnar Klehm

Die Kegelfreunde machten am Dienstagabend wieder mobil, denn Demokratie lebe schließlich vom Mitmachen, hieß es am Rande der Sondersitzung des Stadtrates. Diese wurde zwar nicht nur wegen der Kegelbahn einberufen, aber sie kam gerade recht. Sämtliche Besucherplätze im Ratssaal waren besetzt. Und die Kegelfreunde sparten nicht mit Beifall, bei Wortmeldungen von Stadträten, die sich für den Wiederaufbau der Anlage im Haus des Gastes am Markt in Bad Schandau aussprachen. So auch bei Jürgen Kopprasch (Wählervereinigung Tourismus). „Die Kegelbahn war da und kommt wieder dort hin!“, sagte er rigoros. Ganz so einfach machten es sich andere Stadträte jedoch nicht. „An dieser hochwassergefährdeten Stelle macht der Wiederaufbau keinen Sinn“, erklärte beispielsweise Elke Lehmann (Freie Bürgerliste). Sie wollte lieber weiter nach einem alternativen Standort suchen. Das fand jedoch keine Zustimmung. Gerald Große (Die Linke) waren in der Beschlussvorlage zu viele Unbekannte, wie etwa die Unsicherheit der Finanzierung. Dann zog er die Nutzungszahlen für das Jahr 2012 aus der Tasche. „Von Januar bis Dezember haben lediglich 34 Urlauber die Kegelbahn genutzt“, trug er vor. Das würde aus seiner Sicht nicht rechtfertigen, neben der Kegelbahn in Krippen als Stadt eine zweite Anlage zu betreiben. Was er sich stattdessen für eine Nutzung der Räume wünscht, ließ er jedoch offen.

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Derzeit stehen dort die Fahrräder drin, welche die Bad Schandauer Kur- und Tourismus GmbH (BSKT) ausleiht. Der Raum, in dem die Räder ursprünglich untergebracht waren, ist noch nicht komplett wieder hergerichtet. Für die Mitarbeiter der Touristinformation liegt der auch weiter weg. Deshalb ist es für den Leihbetrieb gegenwärtig sogar günstiger. „Ist der Weg kürzer, sind die Kolleginnen nicht so lange vom Tresen in der Touristinformation weg“, sagt Gundula Strohbach, die Geschäftsführerin der BSKT. Gerade in der Hochsaison sei das eine echte Entlastung. Das kam im Stadtrat zwar nicht konkret zur Sprache, doch selbst diese Nutzungsvariante der Räume der Kegelbahn hielten die Stadträte der CDU-Fraktion für nicht schlüssig. „Wenn das Raumklima für eine Kegelbahn nicht geeignet sein soll, dann gilt das doch für jede andere Nutzung auch“, sagte Maik Bredner (CDU).

Neben der relativ hohen Raumfeuchte nannte Bürgermeister Andreas Eggert (parteilos) zwei weitere Defizite, die auch nach einem Beschluss bestehen bleiben. Zum einen sei die Finanzierung nur unter Vorbehalt gesichert, der Betrieb ein Zuschussgeschäft. Zum anderen sei das Hochwasserrisiko noch immer das Gleiche. „Auch das gilt für jede andere Nutzung ebenso. Das ist kein Argument, die Kegelbahn nicht wieder aufzubauen“, sagte Maik Bredner. Der Wiederaufbau wird auf etwa 58 000 Euro geschätzt. In der Beschlussvorlage heißt es, dass 20 000 Euro für den baulichen Bereich erforderlich sind, die nur zum überwiegenden Teil von der Versicherung getragen werden, und 38 000 Euro für die Anlagen der Kegelbahn. Letzteres werde vollständig von der Versicherung getragen. Ob die neue Anlage zu denselben Konditionen versichert werden kann, dazu gab es im Stadtrat keine Aussage. Der Bürgermeister kündigte aber schon mal an, dass die künftigen Nutzungsentgelte „angepasst“, sprich erhöht, werden könnten.

Die Stimmung brachte Stadtrat Torsten Hortsch (Wählervereinigung Tourismus) schließlich dazu, eine geheime Abstimmung zu fordern. „Damit sich kein Stadtrat von den Gästen gedrängt fühlt“, begründete er seinen Antrag. Er selbst wehrte sich gegen den Vorwurf der Feigheit und sprach sich offen gegen den Wiederaufbau aus. Sein Antrag wurde mit fünf gegen elf Stimmen abgelehnt. So ging es in die offene Abstimmung. Neun Stadträte votierten für den Wiederaufbau der Kegelbahn im Haus des Gastes, sieben waren dagegen.