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Kehrtwende beim Radwegebau

Die Trasse zwischen Ockrilla und Meißen soll nun doch noch einmal geplant werden. Wann gebaut wird, ist aber offen.

Von Jürgen Müller

Für den Bau des Radweges zwischen Ockrilla und Meißen gibt es neue Hoffnungen. Schon 2004 wurde das fehlende, etwa 1,7 Kilometer lange Teilstück, das entlang der Bundesstraße 101 zwischen Großenhain und Meißen verlaufen soll, geplant. Doch diese Planungen liegen seit längerer Zeit auf Eis. Begründung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr: Der Radweg würde zu wenig von den Bürgern genutzt.

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Die sehen das anders. 432 Unterschriften wurden für den „Lückenschluss“ am Radweg Ockrilla-Meißen gesammelt. Diese haben die Organisatoren an Niederaus Bürgermeister Steffen Sang (parteilos), Duplikate der Unterschriftslisten an Landrat Arndt Steinbach (CDU) und an Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) übergeben. Offenbar ist jetzt Bewegung in die Sache gekommen. So trafen sich Vertreter des Sächsischen Wirtschaftsministeriums und des Landratsamtes zu Beratungen. Ergebnis: Der Freistaat wird die Planung des 1,7 Kilometer langen Straßenabschnitts zwischen Ockrilla und Meißen wieder aufnehmen und gleichzeitig einen Radweg planen. Der Wunsch der Stadt Meißen und der Gemeinde Niederau, die Radwegplanung herauszulösen und vorzuziehen, sei aus Verfahrens- und Kapazitätsgründen nicht möglich. Möglich sei hingegen, einen Radweg zu planen, der vom Straßenverlauf abweiche, jedoch nur im Zusammenhang mit der Straßenplanung. Die Pläne von 2004 hingegen sind Makulatur, rausgeschmissenes Geld. Die Planung müsse neu aufgestellt werden, weil sie veraltet sei. Die Niederlassung Meißen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr sei mit der Planung beauftragt, die Kommunen seien aufgerufen, bei der zügigen Vorbereitung mitzuwirken, so das Landratsamt. Niederaus Bürgermeister Steffen Sang (parteilos) sieht dies zumindest als Teilerfolg. Auf einen schnellen Bau des Radweges hofft er jedoch nicht. „Ich wäre schon zufrieden, wenn in diesem Jahr die Mittel für die Planung bereitgestellt würden.“ Er könnte sich eine Ortsdurchfahrtenvereinbarung wie für Oberau vorstellen. Dort hat der Kreis die Straße gebaut, die Gemeinde war für den Fußweg zuständig. In Ockrilla gebe es zumindest teilweise einen Fußweg. Der Radweg sei nicht nur für Radtouristen wichtig, sondern auch für die Schüler, die mit dem Rad von Ockrilla nach Meißen in die Schule fahren.

Wenig Hoffnung gibt es hingegen darauf, dass das Ministerium einen eigenen Radweg entlang der Staatsstraße 83 zwischen Nossen und Garsebach baue. Laut Wirtschaftsministerium gibt es für den Bau in den nächsten Jahren keine Möglichkeit. Der Straßenabschnitt werde wegen der komplizierten baulichen Situation derzeit ohne straßenbegleitenden Radweg geplant. Jedoch gebe es verschiedene andere Varianten. Ein davon, die durch eine bestehende Gartenanlage führt, werde aber als realisierbar angesehen. Allerdings müssten die Kommunen die Planungskosten übernehmen und den Radweg in Eigenregie bauen.

Das Ministerium sieht den Radweg zwischen Meißen und Nossen als Teil der „Städteroute“ als überregionalen touristischen Radweg an. Deshalb sei der Bau weiterer Abschnitte entlang der Staatsstraße denkbar. Ebenso sei es aber auch möglich, Radwege abseits der Staatsstraße zu bauen. Dafür gebe es eine Förderung von 90 Prozent. Zu klären sei aber, wer für den Unterhalt der Wege aufkomme.

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