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Döbeln

Kein Bereitschaftsarzt unter dieser Nummer

Unter der Nummer 116 117 sollen Patienten Hilfe bekommen. Doch in Döbeln klappt das nicht immer.

Krank am Wochenende: Bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden sollte man den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 kontaktieren. Aber in der Region Döbeln funktioniert das nicht.
Krank am Wochenende: Bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden sollte man den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 kontaktieren. Aber in der Region Döbeln funktioniert das nicht. © dpa

Döbeln. Wer an den Wochenenden oder nach Feierabend einen Arzt braucht – sich allerdings nicht in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet, soll bereits seit 2012 die bundesweit allgemeingültige Notfalldienstnummer 116 117 anrufen.

Dort werden die Hilfesuchenden an den jeweiligen Bereitschaftsmediziner in ihrem Wohnumfeld vermittelt, der dann entweder eine Notfallsprechstunde anbietet oder den Patienten direkt zu Hause besucht. Auch über das Internet soll das möglich sein. Doch offenbar funktioniert diese Informationsquelle in der Region Döbeln nicht oder nur selten optimal. 

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Nachdem sich eine Döbelnerin an den DA gewandt und erläutert hatte, dass die Vermittlung mehrfach nicht geklappt hat, reagierten weitere Betroffene und berichteten Ähnliches. „ Wir brauchten einen Arzt für unsere 89-jährige Nachbarin. Über die 116 117 ging das nicht. Entweder kam man nicht durch oder an der uns genannten Nummer eines Arztes ging keiner ran. Wir haben das 45 Minuten vergeblich versucht. Es ist dann kein Wunder, wenn die Leute die Notaufnahmen stürmen.“

Ein anderer Fall wird so geschildert: „Ich brauchte den Notarzt, hatte einen eingeklemmten Nerv, konnte mich nicht bewegen. Habe diese Nummer gegen 8.30 Uhr angerufen. Der Arzt kam gegen 19 Uhr, hat mich nicht untersucht, sondern mir einen Krankenschein für den Tag und ein Rezept ausgestellt. Werde ich nicht wieder nutzen.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) , die die Vermittlungszentrale organisiert und verantwortet, erklärt dazu, dass sich diese weiterhin im Auf- und Ausbau befinde. „Durch die stufenweise Umsetzung der Strukturreform kommen Stück für Stück mehr Regionen und damit mehr Ärzte und Patienten in das System der Vermittlung. Durch die Parallelität der neuen und alten Strukturen in der Vermittlung sind Reibungsverluste nicht vollständig zu vermeiden“, erklärt KV-Sprecherin Katharina Bachmann-Bux. 

Die Erreichbarkeit der 116 117 sei je nach Anrufaufkommen unterschiedlich, sodass auch längere Wartezeiten entstehen können. Sowohl die technische als auch die personelle Ausstattung werde kontinuierlich weiter ausgebaut. Sollte es im Einzelfall zu Problemen kommen, werden die Betroffenen gebeten, sich an die KV zu wenden und den Sachverhalt detailliert zu schildern.

Patienten, die die 116117 anrufen, werden über ein standardisiertes Ersteinschätzungsverfahren vermittelt. Bei unklaren Sachverhalten wird von den Mitarbeitern ein beratender Arzt hinzugezogen. Wenn ein Hausbesuch erforderlich ist, erhält der Patient die Kontaktdaten des Arztes, so dass dieser den diensthabenden Arzt kontaktieren kann. „Dabei ist es durchaus möglich, dass der Arzt nicht sofort erreichbar ist. 

Zum einen könnte er sich gerade in der Behandlung eines Patienten befinden. Auch haben nicht alle Ärzte eine Freisprecheinrichtung, so dass auch hier nur eine verzögerte Anrufannahme möglich ist, wenn der Arzt gerade in seinem Fahrzeug unterwegs ist“, erklärt die Sprecherin. Je nach Fall könnten deshalb unterschiedliche Wartezeiten entstehen.

Nach der Umsetzung der Reform werde sich die Verfahrensweise ändern, dann erhält der für den Hausbesuchsdienst eingeteilte Arzt die Kontaktdaten des Patienten, so Bachmann-Bux.

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