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Kein Bierdurst mehr

Löbau. Das Dosenpfandchaos hat auch den sächsischen Brauereien erhebliche Verluste beschert. „Das konnte selbst der Supersommer nicht ausgleichen“, stellte der Präsident des Sächsischen Brauerbundes, Hans-Wolfgang Lambrecht, am Freitag in Löbau fest.

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Löbau. Das Dosenpfandchaos hat auch den sächsischen Brauereien erhebliche Verluste beschert. „Das konnte selbst der Supersommer nicht ausgleichen“, stellte der Präsident des Sächsischen Brauerbundes, Hans-Wolfgang Lambrecht, am Freitag in Löbau fest. Das Absatzminus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr in Sachsen drohe bis zum Jahresende noch deutlicher zu werden. Allein das August-Ergebnis habe 5,3 Prozent unter dem des Vorjahres gelegen.

Die überwiegend auf Mehrwegflaschen eingestellten sächsischen Brauereien konnten die rasant gestiegene Nachfrage in diesem Jahr nicht ausgleichen, weil es an Leergut und Kästen mangelte. In Sachsen gibt es 56 Brauereibetriebe, darunter 25 Gasthausbrauereien. In Deutschland entfielen bislang von rund 100 Millionen Hektolitern Bier, 20 Millionen Hektoliter auf den Einwegbereich, etwa 20 Millionen auf Fassbier und 60 Millionen auf Mehrwegabfüllung.

Die Einwegsparte drohe nun völlig wegzubrechen, weil viele kleinere Firmen nicht in der Lage seien, sich eine mehrere Millionen Euro teure Produktionsanlage für Einweg-PET-Flaschen anzuschaffen. „Das sei auch nicht Ziel der mittelständischen Brauereien in Sachsen“, sagte Reinhard Zwanzig, Geschäftsführer des Sächsischen Brauerbundes.

Ein Teil der Verbraucher sei mittlerweile so verunsichert, dass er generell auf Bier verzichte, stellte Brauerbund-Präsident Hans-Wolfgang Lambrecht fest. Selbst Biermischgetränke seinen in ihrem Aufwärtstrend gestört worden. (mm)